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19.01.2016

12:16 Uhr

Das neue Gold

Warum Palladium so viel besser ist

Wer in Rohstoffe investiert, sollte sich 2016 Palladium genauer ansehen. Das zumindest raten Analysten. Eine Ursache sehen sie ausgerechnet in China, dessen Börsen Anfang des Jahres verrückt spielten.

Analysten glauben, dass der Preis für Palladium in diesem Jahr stärker steigen wird als der für Gold. obs

Edelmetalle für die Industrie

Analysten glauben, dass der Preis für Palladium in diesem Jahr stärker steigen wird als der für Gold.

LondonAuch wenn Palladium einen der schlechtesten Jahresstarts seit Jahrzehnten hinter sich hat – es wird in den kommenden Monaten zulegen. Gleichzeitig dürften sich die jüngsten Gewinne bei Gold in Luft auflösen. Diese Ansicht vertreten einige der besten Analysten für Edelmetalle.

Nachdem Gold sich drei Jahre in Folge verbilligt hatte, ist es im Januar bislang so stark angestiegen wie kein anderes Metall. Angesichts der weltweiten Unruhe an den Finanzmärkten und der Auseinandersetzungen im Nahen Osten war es als sicherer Hafen gefragt. Gleichzeitig ging der Preis für Palladium, das vor allem für Katalysatoren in Autos genutzt wird, zurück. Für Januar steht derzeit ein Minus von fast 13 Prozent zu Buche.

„Der Goldmarkt profitiert von der geopolitischen Nachrichtenlage und der Unsicherheit auf dem chinesischen Aktienmarkt. Doch diese Faktoren werden wahrscheinlich nicht von Dauer sein“, sagt Bernard Dahdah von der Investmentbank Natixis. Er hatte im vergangenen Jahr die genaueste Prognose zur Entwicklung des Goldpreises in einer Umfrage unter 31 Analysten durch die London Bullion Market Association (LBMA) abgegeben. „Basierend auf den Fundamentaldaten sieht Palladium viel attraktiver aus. Es wird angesichts einer anziehenden Nachfrage nach Autos in China eine Rally verzeichnen.“

Die Goldbarren der Bundesbank – und wo sie liegen

Frankfurt

Lagerort: Deutsche Bundesbank

Anzahl der Barren: 95.364

Gewicht: 1.200 Tonnen

London

Lagerort: Bank of England

Anzahl der Barren: 35.066

Gewicht: 439 Tonnen

New York

Lagerort: Federal Reserve Bank of New York

Anzahl der Barren: 115.431

Gewicht: 1450 Tonnen

Paris

Lagerort: Banque de France

Anzahl der Barren: 24.455

Gewicht: 308 Tonnen

Quelle

Deutsche Bundesbank. Stand: 31.12.2014 (veröffentlicht am 7.10.2015)

Hohe Zinsen in den USA und ein stärkerer Dollar in diesem Jahr werden den Druck auf Gold wieder erhöhen, sagt Dahdah. Er erwartet, dass Gold 2016 im Durchschnitt 970 Dollar je Unze kosten wird, was rund ein Zehntel unter dem derzeitigen Preis liegen würde. Bei Palladium sieht er hingegen einen Anstieg von 24 Prozent auf durchschnittlich 610 Dollar je Unze.

Mit seiner Meinung steht er nicht allein da. Rene Hochreiter von Noah Capital Markets, dessen Silber- Prognose im vergangenen Jahr laut LBMA die genaueste war, erwartet einen durchschnittlichen Preis von 1050 Dollar je Unze bei Gold und 500 Dollar je Unze bei Palladium für 2016. Palladium ist derzeit am Tagesmarkt für 489,89 Dollar je Unze zu haben, Gold zu 1089,89 Dollar.

Die LBMA wird ihre Prognose für 2016, die erneut auf Umfragen unter Analysten basiert, später in diesem Monat veröffentlichen.

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