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06.06.2014

11:11 Uhr

Depot-Contest

Keine guten Aussichten für Goldbullen

Anhänger des gelben Edelmetalls hatten es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Der Goldpreis kommt nicht recht vom Fleck. Experten sind wenig optimistisch, dass sich das bald ändert.

Edelmetall Anlage

Woher rührt der Gold-Preissturz?

Edelmetall Anlage: Woher rührt der Gold-Preissturz?

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DüsseldorfDie goldigen Zeiten sind schon länger vorbei. Gut 28 Prozent verlor der Preis für das gelbe Edelmetall 2013 an Wert. Es war der erste Jahresverlust seit 13 Jahren. Wer auf eine Erholung hoffte, wurde enttäuscht. Auch wenn der Goldpreis seit Jahresbeginn gut drei Prozent zugelegt hat, macht das die herben Verluste des vergangenen Jahres nicht wett. Aktuell notiert das gelbe Edelmetall bei 1255 US-Dollar und damit deutlich unter seinem Allzeithoch von 1920 US-Dollar am 6. September 2011.

Dass Gold in naher Zukunft wieder so teuer werden wird, bezweifeln Experten. „Ich denke, dass der Goldpreis die Marke von 1200 Dollar bis zum Jahresende nochmal testen wird“, sagt beispielsweise Nils Petersen, Fondsmanager bei der Top Vermögensverwaltung. „Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Nachfrage, gerade aus China, für einen höheren Kurs als aktuell sorgen wird.“ Auch der Optimismus von Bernd Junginger von der SVA Vermögensverwaltung hält sich in Grenzen. Bis zum Jahresende sieht er den Goldpreis bei etwa 1290 Dollar – und damit nur weniger höher als heute.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im Jahr 2013 betrug 3.756 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Quelle: World Gold Council, Stand: 18.02.2014

Goldpreis

Der durchschnittliche Goldpreis lag 2013 bei 1.411 US-Dollar je Feinunze und damit 15 Prozent unter dem des Vorjahres.

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im Jahr 2013 insgesamt 2.209 Tonnen und stieg damit um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen stieg im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von 1.654 Tonnen. Ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zu 2012.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich auf 405 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 407 Tonnen im Jahr 2012, nahezu unverändert.

Gold-ETFs auf Talfahrt

Ein Nettoabfluss aus ETFs in Höhe von 881 Tonnen war zu verzeichnen, da die Investoren eine Neubewertung ihrer Portfolios fortsetzten.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe der Zentralbanken betrugen 369 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldangebot

Das Gesamtangebot für Gold betrug 4.340 Tonnen und lag damit 2 Prozent unter dem Niveau von 2012.

Also keine großen Ausschläge in den kommenden Monaten? „Anleger sollten auch nicht vergessen, dass in der Vergangenheit starke Kursschwankungen beim Gold keine Ausnahmen, sondern die Regel waren: Zwischen 1987 und 1999 halbierte sich der Goldkurs“, sagt Petersen. „Und auch innerhalb des Jahres 2008 sank der Kurs um rund 30 Prozent von 1.000 auf 705 US-Dollar je Feinunze.“ In der Finanz- und Schuldenkrise legte der Goldkurs in den folgenden Monaten stark zu. Im Juni 2010 erreichte er Werte von mehr als 1.250 US-Dollar, im Sommer 2011 folgte dann das Allzeithoch. Ein gutes Dreiviertjahr später war Gold bereits wieder 300 Dollar weniger wert. Doch so wild schwankte der Goldpreis nur selten. „Es kam auch schon vor, dass Anleger 25 Jahre warten mussten, um ihren Einstiegskurs wieder zu erreichen“, so Petersen.

Der Vermögensverwalter ist definitiv kein Freund von Goldanlagen. „Wir raten unseren Kunden schon seit längerem von einem Einstieg in Gold ab“, sagt er. Der Grund: Gold an sich ist nicht produktiv: Es erarbeitet keine Gewinne wie die Unternehmen, in die Aktionäre investieren. Es gibt keine Ausschüttungen, wie die Aktien-Dividenden. „Und deshalb ist Gold ein reines Spekulationsobjekt“, sagt Petersen. „Die Anleger müssen darauf hoffen, dass die Nachfrage nach Gold in Zukunft zu steigenden Preisen führt.“

Kommentare (4)

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06.06.2014, 13:33 Uhr

Völlig egal, wie sich Gold in den nächsten Monaten verhält. Gold ist etwas für Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte. Tripple-A seit 5000 Jahren!

Ich gebe dem €-/$-Schuldensystem noch 10-15 Jahre.

Account gelöscht!

06.06.2014, 14:08 Uhr

Warum sollten "Anlageberater" die von Verkaufsprovisionen leben ihren Kunden raten 5-15% ihres Vermögens in Gold zu halten?

Alles in Aktien investieren die sich derzeit auf Rekordstand befinden. Die gleichen Anlageberater haben vor 25 Jahren zu japanischen Aktien geraten. Als der Nikkei bei 40.000 notierte. Nach dem Absturz vom Allzeithoch auf 20% hat er sich in den letzten 20 Jahren wieder auf 35% seines Allzeithochs "erholt".

Account gelöscht!

06.06.2014, 14:32 Uhr

Auch beim Kauf und Verkauf von Gold fallen Kosten an - die teilweise extrem über den Kosten einer anderen Verkaufsprovision (Aktien Fonds etc.) liegt!
Vor 2 Jahren hat jeder geschrieben, dass man sein Geld (10-15 %) in Gold anlegen soll - wer das gemacht hat, hat ziemlich draufgezahlt.

Gold hat keinen wirtschaftlichen Nutzen und lebt nur davon, dass es selten ist. Bitte bedenken Sie das!

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