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01.07.2011

15:40 Uhr

Derivate

Grünes Licht für Reis-Futures

Vor fünf Jahren noch war ein Antrag der Tokyo Grain Exchange gescheitert, Reis-Futures handeln zu dürfen. Jetzt gab das japanische Landwirtschaftsministerium den Weg für die Termingeschäfte frei.

Arbeiter bei der Ernte auf Reisfeldern. Quelle: Reuters

Arbeiter bei der Ernte auf Reisfeldern.

TokioDie japanische Regierung hat am Freitag den Weg für einen Probehandel mit den weltweit einzigen Futures-Terminkontrakten auf den Reispreis freigemacht. Die Tokyo Grain Exchange und der deutlich kleinere Wettbewerber Tokyo Rice Exchange könnten entsprechende Kontrakte testweise für zwei Jahre einführen, teilte die Regierung mit. Seit 1939 hat es weltweit keine Reis-Futures mehr gegeben. Sollte ein Testlauf zeigen, dass die Systeme den Handel ermöglichen, könnten in wenigen Wochen Reis-Futures gehandelt werden.

Beide Börsenplätze hatten zuletzt im März beantragt, Reis-Futures handeln zu dürfen. Ein entsprechender Antrag vor fünf Jahren war gescheitert. Damals hatte sich das Landwirtschaftsministerium gegen entsprechende Kontrakte starkgemacht. Es hatte befürchtet, dass der Futures-Handel zu stärkeren Preisschwankungen führen könnte. Damals hatte die Regierung den Reispreis bewusst hoch gehalten, indem sie die Produktion gedrosselt hatte. Inzwischen haben die Landwirte freiere Hand, was ihre Produktionsmenge angeht.

Experten zufolge kommt der Testlauf für Reis-Futures zum richtigen Zeitpunkt. Denn das schwere Erdbeben in Japan im März 2011 und der anschließende Tsunami sorgen für Unsicherheit, wie viel Reis die japanischen Landwirte in diesem Jahr ernten werden. Dadurch sei die Preisentwicklung ungewiss. Mit Futures können sich Landwirte und andere Marktteilnehmer gegen die damit verbundenen Risiken absichern.

Von

rtr

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