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05.03.2014

11:26 Uhr

Deutsche Bank unter Verdacht

Investor reicht Klage gegen Geldhäuser ein

Erst der Libor, jetzt Gold: Jahrelang sollen Banken die Preisfeststellung des Edelmetalls manipuliert haben. In New York hat ein Investor nun Klage gegen mehrere Banken eingereicht, darunter die Deutsche Bank.

Goldbarren: Haben Banken über Jahre den Preis des Edelmetalls manipuliert? Ein New Yorker Investor hat jetzt Klage eingereicht. dpa

Goldbarren: Haben Banken über Jahre den Preis des Edelmetalls manipuliert? Ein New Yorker Investor hat jetzt Klage eingereicht.

New YorkGerade erst ist für die Deutsche Bank der jahrelange Rechtsstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch ausgestanden, da steht der nächste Ärger ins Haus. Der New Yorker Kevin Mahor hat Klage gegen mehrere Banken eingereicht, darunter die Deutsche Bank, Barclays und Société Générale. Der Vorwurf: Die Banken sollen die Preisfeststellung des Goldpreises manipuliert haben.

Der Goldpreis wird zweimal täglich über Telefonkonferenzen festgelegt. Die beteiligten Banken erklären, wie viele Barren Gold sie zum aktuellen Tagespreis kaufen oder verkaufen wollen. Dabei berücksichtigen sie Orders von Kunden sowie den eigenen Bedarf.

Der Preis wird gesenkt oder erhöht, bis sich die Summen aus Kauf- und Verkaufsorders auf 50 Barren Gold angenähert haben (rund 620 Kilogramm), und auf diesem Punkt wird der Preis festgelegt. Das Londoner Gold-Fixing ist die Benchmark für den Goldmarkt im Volumen von 20 Billionen Dollar.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im Jahr 2013 betrug 3.756 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Quelle: World Gold Council, Stand: 18.02.2014

Goldpreis

Der durchschnittliche Goldpreis lag 2013 bei 1.411 US-Dollar je Feinunze und damit 15 Prozent unter dem des Vorjahres.

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im Jahr 2013 insgesamt 2.209 Tonnen und stieg damit um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen stieg im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von 1.654 Tonnen. Ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zu 2012.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich auf 405 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 407 Tonnen im Jahr 2012, nahezu unverändert.

Gold-ETFs auf Talfahrt

Ein Nettoabfluss aus ETFs in Höhe von 881 Tonnen war zu verzeichnen, da die Investoren eine Neubewertung ihrer Portfolios fortsetzten.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe der Zentralbanken betrugen 369 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldangebot

Das Gesamtangebot für Gold betrug 4.340 Tonnen und lag damit 2 Prozent unter dem Niveau von 2012.

Kläger Maher, der nach eigenen Angaben Gold, Gold-Optionen und Gold-Futures kauft und verkauft, stützt seinen Verdacht auf Medienberichte, vor allem aber auf eine noch nicht veröffentlichte Studie der Stern School of Business der Universität New York, gemeinsam mit Moody's Investors Service.

Das Papier untersucht den Innertageshandel am Gold-Kassamarkt von 2001 bis 2013 auf plötzliche und unerklärliche Bewegungen, die illegales Verhalten anzeigen könnten. Ungewöhnliche Handelsmuster um die Zeit der nachmittäglichen Telefonkonferenz seien ein Anzeichen für ein abgestimmtes Verhalten, so die die Autoren Rosa Abrantes-Metz und Albert Metz.

Kommentare (8)

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05.03.2014, 11:44 Uhr

Alles Verschwörungstheoretiker. Wie sonst eben auch. *grins*

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05.03.2014, 11:59 Uhr

Da haben sie sowieso keine Chance. Alles normal, genauso wie man mit Daxcalls ausgestoppt wurde am Montag bei 9330. Tagestief war aber bei 9358 und das bei Börsenschluss. Früher hat man Aktien im Schnitt 4 Jahre gehalten, heute noch 22 Sekunden, bald wohl nicht einmal mehr 1 Sekunde. Es ist aber nicht ungesetzlich, Banken haben eben andere Möglichkeiten, damit sie ihre Kurse bekommen. Und das Geld zum Manipulieren gibt es von der EZB. Unsere Superreichen haben die Finanzmärkte unter Kontrolle

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05.03.2014, 12:43 Uhr

grossvolumiger Eigenhandel, Leerverkäufe, Kredit für "Null"...das sind die Brötchenverdiener der Banken; nicht umsonst sind die Investmenthandelsabteilungen die gewinnbringensten im Bankenkonzern. Sagt alles.

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