Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.12.2013

15:47 Uhr

Devisen 2014

„Der Dollar wird aufwerten“

VonSara Zinnecker

Ben Bernanke kürzt sein Anleiheprogramm. Und der Euro? Fällt nach kurzem Zucken unter 1,37 Dollar. Experten zufolge ist das erst der Anfang. Wo sie den Kurs 2014 sehen und welche Währungen ansonsten interessant werden.

Wie viel kann der Dollar im weiteren Jahr noch zulegen?

Wie viel kann der Dollar im weiteren Jahr noch zulegen?

DüsseldorfZehn Milliarden Dollar weniger für das Anleiheankaufprogramm: Der scheidende Fed-Chefs Ben Bernanke hatte die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik gerade verkündet, da schnellte der Euro am Mittwochabend an die Marke von 1,38 Dollar.

Doch der Zauber dauerte keine halbe Stunde. Den Schock überwunden, fiel der Wechselkurs - und fiel und fiel weiter, bis auf zuletzt 1,3672 Dollar am Freitagabend. Und das könnte nur der Anfang sein. Für 2014 sehen Experten die Stärke des Dollars zurückkehren.

„Im Jahresverlauf 2014 rechnen wir mit einer graduellen Aufwertung des US-Dollar auf Niveaus nahe 1,30 Dollar je Euro“, sagt etwa Frank Engels, Leiter des  Rentenfondsmanagement und Devisenexperte bei Union Investment.

Auch Klaus Kusber, Devisenspezialist bei Allianz Global Investors (AGI), erwartet für das kommende Jahr eine Befestigung des Dollar gegenüber dem Euro in die Richtung des Bloomberg-Konsensus von 1,28 Dollar je Euro.

Ohne einen konkreten Zielkurs, doch in dieselbe Richtung argumentiert Stefan Kreuzkamp, Rentenexperte von DWS Investments „Wir erwarten spätestens mit Beginn des zweiten Quartals eine klare Aufwertung des Dollar gegen die großen drei, Euro, Yen und Pfund.“ Schließlich rechnet auch Lars Edler, Leiter Investmentstrategie bei Sal. Oppenheim, mit einer wieder einsetzenden Dollarstärke.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Einige Indikatoren sprechen nach Meinung der Experten dafür, dass der Dollar schon bald gegenüber dem Euro an Wert zulegt. „Der Markt beginnt auch am kurzen Ende der Zinskurve, mit steigenden Zinsen zu diskontieren“, sagt Stefan Kreuzkamp von DWS Investments. Steigende Zinserwartungen auf kurzlaufende US-Staatsanleihen sind ein Zeichen dafür, dass Marktakteure daran glauben, dass die Fed ihre ultralockere Geldpolitik weiter einschränkt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×