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30.12.2014

10:58 Uhr

Devisen 2015

Voller Dollar voraus

VonSara Zinnecker

Derzeit blickt die Welt auf die Rubelkrise. Doch aufs Jahr betrachtet wichtiger war der rasche Aufstieg des Dollar. Die „Parität“, ein Dollar gleich ein Euro, scheint in greifbarer Nähe. Was Experten für 2015 erwarten.

Getty Images

DüsseldorfWer im Dezember an Währungen denkt, denkt erst einmal nur an eine: den Rubel. Je mehr die Sanktionen der Europäischen Union und de USA greifen und Russlands Wirtschaft schwächelt, je mehr der Ölpreis sinkt, umso mehr geht es auch bergab mit der russischen Währung. Allein in diesem Jahr rund 50 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Doch auf Jahressicht dürfte vor allem für Euro-Investoren ein anderer Wechselkurs im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden haben: der Euro-Dollar-Kurs.

Keine Frage, es war ein heißes Jahr für den Euro. 1,37 Dollar kostete eine Einheit der Gemeinschaftswährung noch zu Jahresbeginn – doch ganz ging es langsam, aber kontinuierlich abwärts. Anfang November fiel die Grenze von 1,25 Dollar – im Dezember spurtet der Kurs auf 1,20 Dollar zu. Auf Jahressicht hat der Euro zum Dollar mehr als elf Prozent verloren. Die Gründe sind bekannt: Während die US-Wirtschaft immer mehr anzieht, schwächelt die Konjunktur in der Euro-Zone.

Und es könnte noch schlimmer werden – dann, wenn Europas Wirtschaft das Ausmaß der Sanktionen gegen Russland zu spüren bekommt. Darüber hinaus hat die Notenbank Fed jetzt angekündigt, die Normalisierung der Geldpolitik „geduldig“ einleiten zu wollen – höhere Zinsen scheinen also in greifbarer Nähe. Schon ist die stärkere Nachfrage nach Dollar zu spüren: Wie schon 2013 ziehen Investoren momentan Geld aus Schwellenländern ab – und schichten um in Dollar-Investments.

Wird der Dollar also der große Gewinner auch in 2015 sein? Geht es nach der Investmentbank Goldman Sachs, könnte der Euro schon bald bis zur Parität abwerten. Dann würde also gelten: ein Euro gleich ein Dollar. Ganz so weit wollen die Anlageexperten, die Handelsblatt Online exklusiv nach dem Ausblick der Devisenkurse in 2015 gefragt hat, allerdings doch nicht gehen. So rechnet zum Beispiel Jens Wilhelm, Vorstand bei Union Investment, damit, dass Euro im Jahresverlauf bis auf 1,15 Dollar abwertet.

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

„Aus unserer Sicht überwiegen auch 2015 die belastenden Faktoren für den Euro. […] Eine weitere Verschiebung des Wechselkurs-Korridors nach unten ist dennoch sehr wahrscheinlich“, so Wilhelm. Auch Michael Mewes, Devisenexperte bei JP Morgan, geht davon aus, dass der Dollar im Laufe des kommenden Jahres „weiter Richtung 1,15 aufwerten und der Wachstumsdynamik und Zinsdifferenz entsprechend Kapitalzufuhr sehen sollte.“

Kommentare (32)

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30.12.2014, 11:19 Uhr

und Europa/ Deutschland blicken auf die Rekord-Zuwanderungswelle:

Hier endlich eine wissenschaftliche Studie des IFO-Instituts mit klaren Aussagen und Empfehlungen:

http://www.stern.de/wirtschaft/news/ifo-praesident-sinn-zuwanderung-kostet-den-staat-mehr-als-sie-einbringt-2162775.html#utm_source=standard&utm_medium=rss-feed&utm_campaign=alle

Herr Thomas Münzer

30.12.2014, 12:56 Uhr

Wen es wundert,dass der Dollar ($) Kurs immer weiter steigt gegenüber dem Euro, der hat die Welt nicht verstanden.
Der US-Dollar ist die Weltwährung.

Jeder, der international Güter austauschen will muss dafür $ ankaufen, um damit zu bezahlen.
Dieser wird dann in die nationalen Währungen umgetauscht.

Das heißt, die Ammis haben ein Monopol zum Gelddrucken, weil jeder den $ immer braucht.

Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die US-Staatsverschuldung allein in den letzten Jahren um 4 Billionen $ gestiegen ist auf astronomische 17 Bio. $.
Zum Vergleich: Deutschland hat gerade etwa 2 Bio $ Staatsverschuldung.

Die Ammis können also einfach wertlose Dollar-Noten drucken und sich damit reale werthaltige Güter kaufen, und auch Aktienanteile, z.B. von unseren DAX-Konzernen wie es große US-Investmentgesellschaften tun.
http://www.welt.de/finanzen/article106240763/Dax-Konzerne-mehrheitlich-in-auslaendischer-Hand.html

Da die FED eine Privatbank mit Gelddruckrecht ist, verdienen sich deren Eigentümer bei der Verschuldung an den Zinszahlungen eine goldene Nase, zu Lasten der US-Bevölkerung, die dafür mit ihrem Vermögen bürgen muss und über Steuern die Schulden bezahlen darf.

Das einzige Problem ist, wenn der Dollar als Weltwährung abgelöst würde. Dann wären auf einmal die ganzen Schulden real. Der $ würde abwerten und man müsste vlt. 100 oder mehr $ gegen einen einzigen Eurpo tauschen. Das heißt die US-Importe kämen zum Erliegen und die Ammis würden in eine nie dagewesene Wirtschaftskrise stürzen, von der sie sich wohl nicht so schnell erholen würden, denn dann würde man den $ als genauso wertlos behandeln wie er tatsächlich bereits ist. Nieman würde ihn mehr brauchen, außer zum Handel mit den Ammis. Und wegen dem niedrigen Kurs würden diese ihre US-Güter quasi ans Ausland verschenken.
Also werden alle gestürzt, die das $-Monopol brechen wollen. Saddam-Hussein, Gadaffi, Putin, Europa...
Und das läuft dank des astronomischen Militär-Etats.

sucht mal auf google...

Herr Alex Lehmann

30.12.2014, 13:14 Uhr

Sie haben vollkommen recht, allerdings ist Ihre Darstellung ein wenig veraltet. Inzwischen ist es möglich ohne Dollar zu handeln. Dieses Jahr z.B. ist der Euro ggü. dem Yuan bereits handelbar ohne Dollarzwischenschaltung. Seit Montag ist der Rubel ggü. Yuan handelbar ohne Dollarzwischenschaltung. Die Weichen dazu werden bereits seit 2007 gestellt. Damals wollten viele Staaten mit den USA zusammen ein System aufbauen, was aber abgelehnt wurde. Putin wollte vor dem Ukrainekonflikt übrigens nur noch direkt mit Rubel bezahlt werden. Heisst Dollar wäre auch außen vor, ich ziehe hier keine Querverbindung zur aktuellen Ukrainekrise, stelle nur Devisentechnische Veränderungen dar. Beispielsweise wurde gerade Argentinien ein 11 Milliarden Yuan Kredit vergeben. Mit diesen Yuan kann nun Argentinien machen was es will, in Dollar tauschen, in Euro tauschen etc. blabla! So funktioniert Handel und nicht anders, ohne Bestimmung der Werte durch externe Einmischung! Bisher hatte die USA indirekt in jedem Handel Ihre Finger mit im Spiel durch den Dollar. Vorbei, selbst die westlichen Wirtschaftsprognosen sind somit nur auf Dollar ausgerichtet und sind somit unvollständig.

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