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17.01.2012

17:44 Uhr

Devisen

China kratzt am Status des Dollars

VonFinn Mayer-Kuckuk, Norbert Häring, Michael Maisch

Yuan sollen künftig auch in London gehandelt werden. Schritt für Schritt will China die Dominanz des US-Dollars schwächen und die Rolle der eigenen Währung stärken.

Banknoten des US Dollar und des chinesischen Yuan. Reuters

Banknoten des US Dollar und des chinesischen Yuan.

Peking, Frankfurt, LondonAls das amerikanische Verteidigungsministerium 2009 zu einer Simulation globaler wirtschaftlicher Kriegsführung einlud, hieß der Sieger China. Die Macht des Landes rührt daher, dass es hinter der US-Notenbank Federal Reserve größter Einzelinvestor in amerikanische Staatsanleihen ist. Würde China aufhören, diese zu kaufen, würde es der US-Regierung sehr schwerfallen, ihr Haushaltsdefizit zu decken. Würde China gar anfangen, einen Teil seiner billionenschweren Bestände zu verkaufen, würde der Dollar-Kurs sinken, und die US-Zinsen würden stark steigen.

Doch die vermeintliche Machtposition der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft stellt sie in Wahrheit vor ein großes Dilemma: Denn bisher bleibt China gar nichts anderes übrig, als seine hohen Überschüsse im Außenhandel überwiegend in Dollar-Staatsanleihen anzulegen. Das will die chinesische Regierung ändern. Schritt für Schritt arbeitet sie daran, die weltweite Dominanz des US-Dollars zu verringern. Deshalb stärkt sie mit Kooperationen die Rolle des heimischen Yuans.

Als einen Schritt vereinbarte der Finanzminister Hongkongs, Norman Chan, gestern mit seinem britischen Kollegen George Osborne, London als weiteren Umschlagplatz für chinesische Yuan neben Hongkong zu etablieren. Die sogenannten Offshore-Yuan erlauben den Nutzern Kontoführung, Überweisungen, Anleiheemission und -handel sowie Investitionen in China, soweit genehmigt.

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"Der Aufbau eines liquiden Markts für Yuan-Anleihen ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Etablierung des Yuans als Reservewährung", sagt Ingo Nolden, Leiter der Abteilung Debt Capital Markets bei HSBC in Deutschland. "Es wird praktisch jeden Tag eine neue Emission im Hongkonger Yuan-Anleihemarkt angekündigt", beschreibt HSBC-Fondsmanager Hon Yu Fung die Lage.

Der Stahlhersteller Baosteel hat neulich auf diesem Weg problemlos eine halbe Milliarde Dollar an frischem Geld eingenommen. Die Staatsbank China Development Bank brachte gerade erst eine Yuan-Anleihe mit 15 Jahren Laufzeit bei Investoren unter. Das Wachstumspotenzial des Markts ist riesig. China ist zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und größter Spieler im Welthandel. Doch der internationale Markt für Anleihen in chinesischer Währung macht HSBC zufolge auch nach einer Versechsfachung im letzten Jahr auf 200 Milliarden Yuan bisher nur 0,03 Prozent des Volumens der weltweiten Anleihemärkte aus.

Staaten halten ihre Devisenreserven in der Regel in Form von Staatsanleihen. Und nur die großen Märkte sind liquide - und damit als Anlageziel interessant. Kein anderer Finanzmarkt hat ein so großes, liquides und gleichzeitig von den Ratingagenturen hoch bewertetes Angebot an Anleihen wie die USA. Auch der größte Teil des Welthandels und praktisch der gesamte Rohstoffhandel werden in Dollar abgerechnet. Noch.

Kommentare (7)

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Roland

17.01.2012, 18:38 Uhr

Hallo aus Mainz,
3 Billionen Dollar als Währunsreserven kann sich China leisten, Ratingsagenturen in die Schranken zu weisen. Warum werden immer noch die USA und England so gut bewertet? Warum werden die Einnahmen aus den Zahlungen der Regierungen USA und England nicht publik gemacht? Die Chinesen werden nur noch reduziert US-Staatanleihen kaufen. Die Überlegungen gehen inzwischen soweit, dass die Währungsreserven der Chinesen in Afrika und in Rohstoffe investiert werden, was heute schon passiert. P&S wird das Jahr 2013 aus finanziellen Gründen nicht mehr überleben. Alle Agenturen strecken inzwischen das Personal.

Pro-D

17.01.2012, 19:43 Uhr

Da das Kapital dieser Welt (noch) von der rothen FED gehalten wird, beantworten sich alle Fragen fast von alleine.

Aber diese angelsächsische Achse läuft gerade heiß. Immer mehr Kriege reißen diese Angelsachsen (angetrieben von der hinter ihnen stehenden Macht)vom Zaun. Das typische Aufflackern der verlöschenden Flamme.

Krieg der Welten
Dunkel gegen hell

IMMER in der Zeitgeschichte gin es uns gut, wenn wir den Blick nach Osten gerichtet haben. Allerdings liegt China und Japan noch mehr im Osten, als RUS

bobi

17.01.2012, 20:52 Uhr

Ach Leute,
wieso reden Menschen, die keine Ahnung haben, immer mit der größten Überzeugung? Wirklich!

China will eine Exportnation sein.
D.h. mehr exportieren, als importieren.
Um das zu erzielen, muss der Yuan künstlich billig gehalten werden. China druckt also ununterbrochen Yuan, um damit US Dollar zu kaufen! Großes Angebot von Yuan, große Nachfrage nach US Dollar. China will die US Dollar halten, damit der Yuan billig bleibt. Mit diesen US Dollar kauft China dann US Anleihen, damit man zumindest Zinsen bekommt. Das erhöht die Nachfrage nach US Anleihen und das ist der Grund warum Zinsen von US Anleihen so niedrig sind.

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