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18.07.2013

18:01 Uhr

Devisen

Der Eurokurs fällt

Nachdem die gut ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA den Dollar stützen, fällt der Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung gerät unter Druck und wird zuletzt mit 1,3086 US-Dollar gehandelt.

Eine positive Konjunkturentwicklung erhöht die Aussicht, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik früher zurückführen könnte. Reuters, Sascha Rheker

Eine positive Konjunkturentwicklung erhöht die Aussicht, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik früher zurückführen könnte.

Sydney/FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Donnerstag nach starken US-Konjunkturdaten gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3086 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch bei 1,3128 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3093 (Mittwoch: 1,3136) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7638 (0,7613) Euro.

„Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA haben den Dollar gestützt“, sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. So hatte sich der regionale Frühindikator für die Region Philadelphia im Juni überraschend weiter aufgehellt. Auch vom US-Arbeitsmarkt gab es erneut positive Nachrichten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche deutlich stärker als erwartet zurückgegangen.

„Die Anzeichen für eine robustere konjunkturelle Erholung in den USA haben sich zuletzt verstärkt“, sagte Rieke. Eine positive Konjunkturentwicklung erhöht die Aussicht, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik früher zurückführen könnte. Generell wird ein Währungsraum bei einer guten Wirtschaftswicklung attraktiver für Anleger. Auch die deutlichen Kursgewinne am US-Aktienmarkt zu Handelsbeginn hätten sich in das positive USA-Bild eingefügt. Insgesamt sind die Kursausschläge am Devisenmarkt laut Rieke jedoch in einem engen Rahmen geblieben.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86090 (0,86315) britische Pfund, 131,22 (131,15) japanische Yen und 1,2370 (1,2340) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1283,25 (1297,25)Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 850,00 (30 890,00) Euro.

Von

dpa

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