Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2012

17:58 Uhr

Devisen

Draghi-Äußerungen treiben Euro an

EZB-Präsident Mario Draghi erteilte weiteren Zinssenkungen vorerst eine Absage. Der Euro legte daraufhin zu. Auch die Auktion von spanischen Anleihen traf weiter auf rege Nachfrage.

Spanien will bis zu 2,5 Milliarden Euro einnehmen. dpa

Spanien will bis zu 2,5 Milliarden Euro einnehmen.

FrankfurtDie Aussicht auf stabile Zinsen hat dem Euro am Donnerstag Auftrieb gegeben. „Nach den zuletzt schwächeren Konjunkturdaten war vereinzelt auf eine Zinssenkung spekuliert worden", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Da EZB-Präsident Mario Draghi aber betont habe, dass ein solcher Schritt bei der Ratssitzung der Notenbank nicht einmal diskutiert worden sei, stehe dieses Thema derzeit offenbar nicht auf der Agenda.

Draghi hatte auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Entscheidung, den Leitzins bei einem Prozent zu belassen, zudem gesagt, das Geldmengenwachstum bleibe moderat. Die Inflation werde im kommenden Jahr voraussichtlich wieder unter die Marke von zwei Prozent fallen. Der Euro legte daraufhin auf 1,3160 Dollar zu. Unmittelbar vor Beginn der Pressekonferenz hatte er einen knappen halben US-Cent darunter gelegen.

„Ein bisschen hat man schon den Eindruck, dass die EZB bei den Inflationssorgen etwas zurückrudert", sagte Postbank-Analyst Mario Bargel. „Gleichzeitig warnt sie vor der großen Unsicherheit bezüglich der Konjunkturentwicklung. Sie wird erst einmal abwarten. Die Währungshüter sehen derzeit keinen Handlungsbedarf, weder für eine Zinsänderung noch für irgendwelche Sondermaßnahmen."

Vor diesem Hintergrund gaben die Bundesanleihen zeitweise nach. Schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten brachten am Nachmittag aber einen kleinen Nachfrageschub. Der Bund-Future grenzte seine Verluste ein und notierte nur noch vier Ticks tiefer bei 141,68 Punkten. Das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus dem US-Dienstleistungssektor fiel im April auf 53,5 Stellen. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 55,5 Zähler gerechnet.

Die rege Nachfrage nach spanischen Staatsanleihen sorgte für eine Entspannung am Rentenmarkt. Allerdings sei das hoch verschuldete Land noch lange nicht über den Berg, betonten Börsianer. Spanien platzierte am Vormittag Papiere im Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro. Die Emissionen waren jeweils mehrfach überzeichnet. Teilweise war die Nachfrage höher als bei den vorangegangenen Auktionen. Gleiches galt allerdings auch für die Renditen. Als Reaktion auf die Emission gingen die Renditen der bereits gehandelten zehnjährigen Titel auf 5,789 Prozent zurück. In den vergangenen Wochen hatten sie um die Marke von sechs Prozent gependelt.

„Insgesamt war die Auktion recht gut", sagte Lloyds-Zinsstratege Achilleas Georgolopoulos. „Die Zeichnungsquote war recht hoch." Offenbar könnten die spanischen Banken immer noch ausreichend für die Staatsanleihen ihres Landes mitbieten. Ein weiterer deutlicher Rendite-Rückgang sei derzeit aber nicht zu erwarten. „Das einzige, was die Situation verbessern würde, wären stärkere europäische Konjunkturdaten", fügte Georgolopoulos hinzu.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×