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19.10.2011

12:15 Uhr

Devisen

Euro-Anleger setzen auf EFSF-Hebelung

Die Euro-Anleger setzen auf eine billionenschwere Hebelung des Rettungsschirms EFSF, obwohl Politiker diesen Schritt dementieren. Der Euro kletterte in der Spitze um mehr als einen Cent im Vergleich zum Vortag.

Der Kurs der Euro hat am Mittwoch deutlich zugelegt. dpa

Der Kurs der Euro hat am Mittwoch deutlich zugelegt.

FrankfurtDie Hoffnung stirbt zuletzt: Euro-Anleger haben am Mittwoch auf eine billionenschwere Hebelung des Rettungsschirms EFSF gesetzt - obwohl die Bundesregierung und EU-Insider eine Einigung über eine Aufstockung des Fonds dementierten. „Die Investoren gehen davon aus, dass die Politiker bald irgendwas präsentieren müssen und da greifen sie nach jedem Strohhalm“, sagte ein Händler. Der Euro kletterte in der Spitze im Vergleich zum Vortagesschluss um mehr als einen US-Cent auf 1,3867 Dollar. Der gern als sicherer Hafen angesteuerte Bund-Future fiel um mehr als einen Punkt auf 134,32 Zähler, den niedrigsten Stand seit zwei Tagen.

Ausgelöst worden war die Euphorie am Dienstagabend von einem Bericht des britischen „Guardian“, wonach Deutschland und Frankreich vor einer Einigung auf eine Hebelung des EFSF auf zwei Billionen Euro stehen. Reuters hatte bereits zuvor erfahren, dass sich in dem Streit über eine Hebelung der EFSF-Mittel als einzige Lösung ein Versicherungsmodell bei der Ausgabe neuer Staatsanleihen abzeichnet. Auf diese Weise könnte der Fonds mit einem Einsatz von beispielsweise 100 Milliarden Euro eine Finanzierung von 300 bis 500 Milliarden sicherstellen.

EU-Insider erklärten am Mittwoch, die Hebelung der EFSF-Mittel stehe weiter im Mittelpunkt der Diskussionen um eine Stärkung des Euro-Rettungsschirms. Es sei aber naiv zu glauben, „dass man eine einfache Rechnung aufmachen kann und dass am Ende dann eine schöne runde Zahl von zwei Billionen steht“, sagte ein EU-Vertreter zu Reuters. Das Bundesfinanzministerium erklärte dagegen, die Obergrenze des EFSF liege bei den vom Bundestag bewilligten 440 Milliarden Euro. „Über die 440 Milliarden Euro hinaus gibt es keine Diskussion - Basta.“

Details zu Lösungsansätzen für die Bewältigung der Euro-Schuldenkrise erhoffen sich die Anleger vom EU-Gipfel am Sonntag, wo die Staats- und Regierungschefs über die Einsatzmöglichkeiten des EFSF und das gesamte weitere Vorgehen entscheiden wollen. Für HSBC-Trinkaus-Analyst Thomas Amend ist jedenfalls klar: „Selbst wenn die Einigung auf einen Hebel bis Sonntag gelingt, wird das nicht ausreichen, um die Märkte nachhaltig zu beruhigen.“ Um die Währungsunion langfristig überlebensfähig zu machen, seien vor allem strukturelle Veränderungen wichtig. So müsste zum Beispiel ein vereinfachter Sanktionsmechanismus eingeführt werden, um die Transparenz und Geschwindigkeit von Strafverfahren zu erhöhen.

Kommentare (1)

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Zukunftsangst

19.10.2011, 17:06 Uhr

Nachdem jetzt offensichtlich Ausfallversicherungen auf Staatsanleihen nicht mehr leer verkauft werden dürfen, wäre es doch ein Ansatz das selbe auch für Währungen zu verbieten. Die reine Spekulation auf Währungen, ohne diese zu besitzen bringt keinerlei volkswirtschaftlichen Nutzen.

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