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23.02.2011

16:22 Uhr

Devisen

Euro-Anleger spekulieren auf Zinsanstieg

Der Euro hat sich bei der Marke von 1,37 US-Dollar stabilisiert. Zinsphantasien treiben die Gemeinschaftswährung. Auch das britische Pfund legt kräftig zu.

Frankfurt

Die Investoren am Devisenmarkt haben am Mittwoch auf steigende Zinsen in der Eurozone und Großbritannien spekuliert und damit den Kurs von Euro und Pfund in die Höhe getrieben. Der Dollar geriet dagegen unter Druck, da am Markt erwartet wird, dass die Zinsen in den USA später steigen als in Europa.

Den Sitzungsprotokollen der Bank of England (BoE) zufolge haben sich im Februar drei Notenbanker für eine Zinserhöhung ausgesprochen, sechs dagegen. Analysten hatten damit gerechnet, dass das Verhältnis wie im Januar bei zwei zu sieben Stimmen bleiben wird. Die Inflation in Großbritannien liegt derzeit bei vier Prozent, doppelt so hoch wie die von der BoE angepeilte Teuerungsrate. "Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die Bank of England die Zinsen in den nächsten drei bis vier Monaten um 25 Basispunkte anheben wird", sagte Commerzbank-Analyst Peter Dixon. Derzeit ist der Leitzins auf einem Rekordtief von 0,5 Prozent.

Das Pfund Sterling stieg um 0,6 Prozent auf 1,6227 Dollar. Der Euro legte zum Dollar ebenfalls zu und verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1,3729 Dollar. Am Dienstag hatten Aussagen der EZB-Mitglieder Yves Mersch und Nout Wellink bereits zu einem Anziehen des Euro-Kurses geführt. Beide Notenbanker stellten im Kampf gegen die steigende Inflation mögliche Zinserhöhungen in Aussicht. Finanzexperten gehen einer Umfrage des ZEW-Instituts zufolge davon aus, dass die EZB im Oktober den Leitzins erhöhen wird. Für Mittwochabend wurden von einer Rede von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Lüttich weitere Hinweise auf die Geldpolitik der Währungshüter erwartet.

Der Dollar gab gegenüber einem Korb anderer Währungen um 0,3 Prozent nach. Händlern zufolge könnte der Greenback in seiner Funktion als Weltleitwährung aber wieder gefragt sein, wenn sich die Lage in Nordafrika und am Persischen Golf weiter verschärfen sollte. Es geben weiter viel Unsicherheit am Markt, sagte Niels Christensen, Währungsstratege bei Nordea in Kopenhagen. Vor allem die Entwicklung des rasant steigenden Ölpreises werde aufmerksam verfolgt. Höhere Energiepreise sorgen gewöhnlich für eine steigende Inflation.

Die anhaltend unsichere Lage in Libyen machte auch die als sichere Anlage geschätzte Bundesanleihe beliebt. Der Bund-Future legte um elf Ticks auf 124,25 Zähler zu. "Die Unruhen betreffen nicht nur die Themen Inflation und Öl, sondern auch die Aktienmärkte", sagte Glenn Marci, Analyst bei der DZ Bank. Deshalb seien sichere Anlageklassen wieder gefragt. Der Dax verlor ein Prozent. Eventuell gehe es am Rentenmarkt bald wieder ruhiger zu, sagte Marci. "Aber ich bin nicht völlig davon überzeugt, dass die Rally an dieser Stelle schon vorbei ist."

Von

rtr

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