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21.11.2014

09:58 Uhr

Devisen

Euro-Anleger warten auf Draghi

Konjunkturdaten stehen heute nicht an, doch diese interessieren Anleger auch weniger. Vielmehr warten Investoren auf Draghis Auftritt beim Bankenkongress in Frankfurt. Ein Wort von ihm reicht, um die Märkte zu bewegen.

Ein Haufen von 2-Euro-Münzen: Der Kurs der Gemeinschaftswährung könnte sich nach Draghis Rede bewegen. dpa

Ein Haufen von 2-Euro-Münzen: Der Kurs der Gemeinschaftswährung könnte sich nach Draghis Rede bewegen.

Frankfurt/MainDer Euro hat sich am Freitag zunächst wenig bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2550 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Ein Dollar war 0,7968 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag auf 1,2539 Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt deutet sich ein ruhiger Wochenausklang an. Wichtige Konjunkturdaten stehen nicht an. Für Impulse könnte aber EZB-Chef Mario Draghi sorgen. Er wird sich am Freitag auf einem Bankenkongress in Frankfurt zu Wort melden. Dass von Draghi neue Informationen zu möglichen großangelegten Wertpapierkäufen kämen, sei aber nicht zu erwarten, heißt es von der Essener National-Bank. Der EZB-Präsident hatte kürzlich geäußert, dass auch der besonders umstrittene Kauf von Staatsanleihen kommen könnte.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

In der Diskussion sind auch die Negativzinsen, weil die EZB für Einlagen bei der Zentralbank inzwischen eine Gebühr von den Geschäftsbanken verlangt und diese so zwingen will, mehr Unternehmenskredite zu vergeben. Die Commerzbank hatte am Donnerstag als erste Großbank mitgeteilt, dass sie sich bei einzelnen Großkunden die Berechnung einer Gebühr auf Guthaben der Kunden vorbehalte. Inzwischen wurde bekannt, dass die Düsseldorfer WGZ Bank einzelne Großkunden mit derartigen Strafzinsen belastet. Die WGZ Bank ist die Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen.

Von

dpa

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