Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2014

09:39 Uhr

Devisen

Euro-Anleger wetten auf die Zinswende

Für den Euro geht es weiter abwärts. Die Zinserhöhung in den USA könnte nun doch schneller kommen als gedacht. Das würde den Dollar stärken. In Europa sei dagegen keine Zinserhöhung in Sicht.

Die US-Notenbank wird wohl früher die Zinsen anheben als erwartet. Das stützt den Dollar. dpa

Die US-Notenbank wird wohl früher die Zinsen anheben als erwartet. Das stützt den Dollar.

Frankfurt/MainDer Euro ist am Donnerstag weiter abgerutscht. Am Morgen erreichte die Gemeinschaftswährung bei 1,3243 US-Dollar den tiefsten Kurs seit September 2013. Die Aussicht auf eine schnellere Zinserhöhung in den USA als bisher gedacht habe dem Dollar Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet, hieß es aus dem Handel. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3284 (Dienstag: 1,3354) Dollar festgesetzt.

Das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der vergangenen Zinsentscheidung der US-Notenbank habe den Dollar gestützt, erklärte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank die Kursverluste beim Euro. Laut der Mitschrift könnten die Zinsen in den USA schneller als bisher gedacht steigen, wenn sich in den USA der Arbeitsmarkt weiterhin gut entwickelt.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Der Devisenmarkt reagiert nach Einschätzung von Karpowitz auf die Tatsache, dass der Unterschied zwischen der Geldpolitik der US-Notenbank und der EZB immer deutlicher wird. Denn in der Eurozone sei nach wie vor keine Zinserhöhung in Sicht.

Handelsblatt in 99 Sekunden

Hände weg von den Euro-Weichmachern!

Handelsblatt in 99 Sekunden: Hände weg von den Euro-Weichmachern!

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×