Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2014

12:39 Uhr

Devisen

Euro auf aufsteigendem Ast

Nach fünf Tagen mit Verlusten befindet sich der Euro am Mittwoch erstmals wieder im Aufwind. Spekulationen über Maßnahmen der EZB sorgen außerdem für Verunsicherung an den Märkten.

Eine schwarz-rot-gold beleuchtete deutsche Euromünze spiegelt sich in einer Wasserfläche: Auch der Euro schaffte es heute zurück ins ruhige Fahrwasser. dpa

Eine schwarz-rot-gold beleuchtete deutsche Euromünze spiegelt sich in einer Wasserfläche: Auch der Euro schaffte es heute zurück ins ruhige Fahrwasser.

Der Euro hat am Mittwoch zum Dollar nach fünf Tagen mit Verlusten erstmals wieder zugelegt. Bei 1,3715 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung um 0,1 Prozent fester. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise im April um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die am Mittwoch veröffentlichten Daten bestätigten damit die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Spekulationen über mögliche weitere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgten für Verunsicherung am Markt. EZB-Direktoriumsmitglied Peter Praet hatte erklärt, dass die Notenbank weitere geldpolitische Maßnahmen prüfe. „Wir bereiten eine Reihe von Dingen vor. Wir könnten den Banken erneut für einen längeren Zeitraum Geld leihen, möglicherweise gegen Auflagen. Wir könnten die Zinsen noch einmal senken. Auch eine Kombination mehrerer geldpolitischer Instrumente ist denkbar”, sagte EZB-Chefvolkswirt Praet im Interview mit der Zeitung „Die Zeit“.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Das britische Pfund gab anfängliche Gewinne zum Euro wieder ab, nachdem es zeitweise bis auf den höchsten Stand seit dem 9. Januar 2013 geklettert war. Belastend wirkte sich aus, dass die Arbeitslosenzahlen für April etwas schwächer als erwartet ausgefallen waren. Zudem signalisierte Zentralbankchef Mark Carney bei der Vorstellung des Inflationsberichtes der Bank of England, dass die Notenbank bereit ist, bis nächstes Jahr mit einer Zinserhöhung zu warten. Die britische Währung notierte bei 81,70 Pence je Euro 0,3 Prozent schwächer. Zum Dollar verlor das Pfund 0,2 Prozent auf 1,6787 Dollar.

Der Franken war zum Euro kaum verändert bei 1,2198. Zum Dollar rückte der Franken 0,1 Prozent vor auf 88,94 Rappen je Dollar. Der Yen notierte zum Euro 0,4 Prozent fester bei 139,64 Yen je Euro. In Relation zum Dollar rückte der Yen 0,4 Prozent vor und notierte zuletzt bei 101,83 Yen je Dollar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×