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08.05.2012

16:57 Uhr

Devisen

Euro auf Talfahrt zum US-Dollar

Die europäische Einheitswährung hat am Dienstag im Vergleich zum Dollar verloren. Für Unsicherheit sorgte das Wahlergebnis in Griechenland. Experten sehen auch die Veränderungen in Frankreich als Negativ-Faktor.

Der Euro steht im fernöstlichen Handel unter Druck. dpa

Der Euro steht im fernöstlichen Handel unter Druck.

SingapurDer Euro hat am Dienstag weiter zum Dollar an Wert verloren. Die Devise befand sich damit am siebten Handelstag in Folge auf Talfahrt zum Greenback. Die Marke von 1,30 Dollar fiel am Nachmittag.

Das Ergebnis der Wahlen in Griechenland macht eine Regierungsbildung schwierig und sorgt für Verunsicherung, die den Euro belaste, hieß es am Markt. Den Auftrag zur Regierungsbildung hat jetzt Alexis Tsipras, der Chef der zweitstärksten Partei Syriza übernommen. Die Partei akzeptiert die von der alten Regierung ausgehandelten Sparmaßnahmen im Gegenzug für internationale Hilfsgelder nicht. Damit rückt selbst die Möglichkeit eines ungeordneten Zahlungsausfalls von Griechenland oder der Ausstieg aus der Europäischen Währungsunion näher. Tsipras erklärte, er werde versuchen eine Regierung aus den Links-Parteien zu formieren.

“Weil niemand weiß, was bei dieser Koalitionsbildung herauskommt und ob sie ein Referendum über den Euro durchführen werden, gibt es eine negative Haltung zu Europa”, sagte Brian Kim, Währungsstratege bei der Royal Bank of Scotland Group Plc in Stamford im Bundesstaat Connecticut.

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt 0,5 Prozent niedriger bei 1,2986 Dollar gehandelt und erreichte damit das vorläufige Tagestief.

“Insgesamt kann man eigentlich nur pessimistisch sein, was den Euro angeht”, sagte Jeremy Stretch, Leiter Währungsstrategie bei der Canadian Imperial Bank of Commerce in London. “Die deutsch-französische Allianz ist destabilisiert, aber wichtiger noch, es gibt Risiken für Ansteckungseffekte in Griechenland, insbesondere für das Bankensystem”.

Der Euro hat in den letzten sechs Monaten 4,1 Prozent gegenüber den wichtigsten Industrieländerwährungen verloren, wie die Bloomberg Correlation-Weighted Indexes zeigen. Der Dollar legte demgegenüber 2,5 Prozent zu und der Yen gab 0,8 Prozent ab.

Die Nachfrage nach dem japanischen Yen war begrenzt. Japans Finanzminister Jun Azumi hatte erklärt, es werde genau auf spekulative Bewegungen der Währung geachtet. Damit unterstrich er die Bereitschaft zu Interventionen, um den Yen erstmals in diesem Jahr zu schwächen. Der Yen wurde zuletzt 0,2 Prozent höher zum Dollar gehandelt bei 79,80 Yen. Gegenüber dem Euro war die japanische Devise 0,6 Prozent fester bei 103,68 Yen.

Der Schweizer Franken war kaum verändert zum Euro bei 1,2011 Franken je Euro und verlor 0,4 Prozent gegenüber dem Dollar auf 92,42 Rappen.

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