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07.10.2016

09:33 Uhr

Devisen

Euro auf tiefstem Stand seit zwei Monaten

Befeuert von starken US-Konjunkturdaten und Spekulationen um eine mögliche Leitzinsanhebung setzt der Dollar den Euro gehörig unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel auf ihren tiefsten Stand seit rund zwei Monaten.

Die Gemeinschaftswährung ist auf ihren tiefsten Stand seit rund zwei Monaten gefallen. dpa

Euro

Die Gemeinschaftswährung ist auf ihren tiefsten Stand seit rund zwei Monaten gefallen.

FrankfurtDer Euro stand am Freitag weiter stark unter Druck und ist auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten gefallen. Am Morgen fiel die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,1110 US-Dollar und lag zuletzt bei 1,1123 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1185 (Mittwoch: 1,1211) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8941 (0,8920) Euro.

Für Druck auf den Euro sorgte ein auf breiter Front starker Dollar. Die US-Währung legte zu fast allen anderen wichtigen Währungen zu. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im Dezember durch die US-Notenbank Fed ist nach Einschätzung der Finanzmärkte zuletzt gestiegen.

Mehrere US-Konjunkturdaten haben diese Woche positiv überrascht und den Euro dadurch unter Druck gesetzt. „Ob das heute so weitergeht, hängt natürlich hauptsächlich vom US-Arbeitsmarktbericht ab“, schreibt Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Die Veröffentlichung des offiziellen Berichts steht am Nachmittag an.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Eine überraschend stark gestiegene Produktion im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands konnte dem Euro nur etwas Auftrieb geben und somit für eine kleine Gegenbewegung sorgen. Im August lag die Produktion laut Statistischem Bundesamt um 2,5 Prozent über dem Niveau vom Juli. Analysten hatten im Mittel nur mit einem Anstieg um 1,0 Prozent gerechnet.

Von

dpa

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