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24.05.2012

15:33 Uhr

Devisen

Euro berappelt sich etwas

Enttäuschende europäische Konjunkturdaten hatten dem Euro am Donnerstagvormittag zugesetzt. Am Nachmittag erholte sich die Gemeinschaftswährung plötzlich wieder.

Das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ergab keine Neuigkeiten: Griechenland soll in der Euro-Zone bleiben. dpa

Das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ergab keine Neuigkeiten: Griechenland soll in der Euro-Zone bleiben.

FrankfurtDer Euro hat am Donnerstagnachmittag die Marke von 1,26 Dollar übersprungen. Er kostete zeitweise 1,2619 Dollar und lag damit rund einen US-Cent über seinem 22-Monats-Tief vom Vormittag.

Einen unmittelbaren Auslöser hierfür konnten Börsianer nicht ausmachen. Einer tippte auf charttechnische Reaktionen. Ein anderer verwies auf die Kursspitze des Euro zum Franken. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich binnen weniger Minuten um mehr als 50 Rappen auf 1,2068 Franken und war damit so teuer wie zuletzt Ende März. "Es gibt Gerüchte, dass die Schweizer Nationalbank Euro kauft", fügte der Analyst hinzu. Wieder andere Börsianer machten Spekulationen um eine konzertierte Aktion mehrerer Notenbanken für die Rally verantwortlich.
Am Morgen war der Euro zeitweise auf 1,2514 Dollar abgerutscht und war damit so billig wie seit Sommer 2010 nicht mehr. Als Reaktion auf die enttäuschenden Konjunkturdaten markierte der Bund-Future mit 144,55 Punkten einmal mehr ein Rekordhoch. Gleichzeitig lag die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen zwischenzeitlich bei 1,351 Prozent und damit so niedrig wie noch nie.
"Noch eindrucksvoller können die Anleger ihr hohes Sicherheitsbedürfnis kaum noch zum Ausdruck bringen", sagte Weberbank-Analyst Jan Gengel. Beim Thema "Grexit" habe sich zudem der Schwerpunkt verschoben. "Mittlerweile rückt das 'Wie' stärker in den Vordergrund als die Frage, ob Griechenland austreten soll. Die Lage wird immer unkalkulierbarer. Nur die von Tag zu Tag steigende Unsicherheit und die hiermit verbundene steigende Schwankungsintensität an den Finanzmärkten scheinen noch verlässlich zu sein."

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Die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen hat wegen der Schuldenkrise bereits stark gelitten. Das Stimmungsbarometer des Ifo-Institutes fiel im Mai überraschend stark auf 106,9 Punkte von 109,9 Zählern im Vormonat. Dies ist das größte Minus seit vergangenem August. "Wie es in der zweiten Jahreshälfte weitergeht, hängt sehr stark von der Entwicklung der Schuldenkrise ab - vor allem, ob Griechenland aus der Euro-Zone austritt und ob dann andere Krisenstaaten wie Portugal angesteckt werden", sagte Stefan Schilbe, Chef-Volkswirt von HSBC Trinkaus.
Die Einkaufsmanager der europäischen Konzerne blicken ebenfalls pessimistischer in die Zukunft. Die vom Datenanbieter Markit ermittelten Stimmungsbarometer für die europäischen Industrie- und Dienstleistungsfirmen fielen ebenfalls deutlicher als erwartet. "Unser Basis-Szenario ist zwar weiterhin eine langsame Rückkehr zu moderatem Wachstum, aber bei einer Eskalation der Schuldenkrise und angesichts der Belastungen durch die Steuerpolitik, besteht eindeutig das Risiko eines langwierigen Abschwungs", betonte ING-Experte Martin van Vliet.

Kommentare (3)

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Machiavelli

24.05.2012, 13:12 Uhr

Die weisungsberechtigte und -gebende deutsch-französische Achse hat dazu geführt dass Regeln vereinbart und den anderen Mitgliedern auf geschwätzt wurden, die vor allem im Interesse der größeren Wirtschaften von Vorteil waren (Bestechung kann dabei nicht ausgeschlossen werden).
Was man lange als etwas positives betrachtet hat (Motor der Euro-Zone) erweist sich jetzt als verhängnisvoll, weil diese Regel das Auseinander brechen der Währungsunion zur Folge haben werden.
In einer Freihandelszone und Währungsunion kann das Prinzip der eigenen Verantwortung nur dann funktionieren wenn alle Mitglieder die gleiche Ausgangsvoraussetzungen mitbringen, das ist innerhalb der Währungsunion bei Weitem nicht der Fall, daher kann das Prinzip der eigenen Verantwortung nicht funktionieren.
Dieses Prinzip der eigenen Verantwortung, vor allem von Deutschland gewollt, führt zwangsläufig zum Kannibalismus, das heißt die kleinere und schwächere Wirtschaften werden von den stärkeren unausweichlich zerrieben und dann übernommen. Dabei wandern die gut bezahlte Jobs ab, was auf die Steuereinahnen sich negativ auswirkt (Haushaltsdefizit). Wir werden also entweder ein Auseinanderbrechen der Währungsunion erleben oder eine Art Neokolonialismus was dann zu politische Instabilität führen wird.

Moosbrugger

24.05.2012, 23:47 Uhr

Das ist Unfug. Selbst der besoffenste Keynsianer muss einsehen dass bei nahe 100% Verschuldung vom BIP Schulden für Wachstum Blödsinn sind.
Der Vorgänger von Hollande wusste genau um die Stärken und Schwächen seiens Landes und tat gut daran Merkel zu unterstützen. Geld und Wachstum zu versprechen ist das eine, Schulden zu machen und diese zu bedienen das Andere- und genau das wird von der Bevölkerung anders empfunden.
Es gibt keine Neokolonialismus, es gibt ein Projekt und das steht jetzt an einer Weiche und es muss neu geplant werden- nicht beendet, nur umgeplant.
Dass der CHF innerhalb weniger Minuten an Wert gewinnt ist auf die merktkenntnis einiger Teilnehmer zurückzuführen. Die Schweiz hat einen sehr starken Skundärsektor und der hängt am Tropf der Eurostaaten. Ausnahmen gibt es / Uhren, Oharma, Medizin ... Sinken die Aussichten in Deutschland ( etwa 1/4 Export und 1/3 Import wird die derzeitige Frankenüberbewertung auch irgendwann ankommen. Der CHF ist eien Anlageklasse, keine Währung, Jedoch eine Anlageklasse die irgendwann wie eien Währung reagiert- Nach dem Austritt der schwachen in der Eurozone haben die starken das Problem das die Schweiz jetzt hat und der CHF wird dann wie eien Währung reagieren und was das bedeutet ist klar. die Rechnung der SNB geht nur auf wenn sie es schafft, die Zeit für die Umstrukturierung und anpassung der Wirtschaft zu gewinnen, sie geht nur auf wenn die Binnennachfrage den Exportverlust auffängt und die geht nur auf wenn die deflationären Tendenzen überschaubar bleiben- und - ganz wichtig, wenn die PIIGS in der Eurozone bleiben.

Liebe Grüße / Alex Moosbrugger

Pequod

03.06.2012, 10:31 Uhr

Bürger wehrt Euch!!
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Inzwischen ist der Euro auf 1,23 gefallen, hauptsäch-
lich verursacht durch den ESM-Irrsinn.
Beim Petitionsonsauschuß des Bundestags ist bereits eine
Kenn-Nummer 24314 eingerichtet wo unter:
post.pet@bundestag.de die entsprechenden Formulare
zum Ausfüllen -Unterschreiben und zum Absenden, zu
finden sind!!

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