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11.01.2007

19:08 Uhr

Devisen

Euro bleibt unter Druck

Schwindende Aussichten auf eine baldige Anhebung der europäischen Leitzinsen haben den Euro am Donnerstag unter Druck gesetzt.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung sich um mehr als einen halben US-Cent auf 1,2921 Dollar, nachdem sie als Reaktion auf die überraschende Zinserhöhung der britischen Notenbank kurzzeitig die Marke von 1,30 Dollar übersprungen hatte.

„Die EZB hat der Formulierung, die Inflationsrisiken sehr aufmerksam zu verfolgen, nicht - wie seit Anfang 2005 - folgen lassen, wachsam zu sein“, sagte Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. „Trichet hat auch Fragen nach einer Zinserhöhung im Februar sehr ausweichend beantwortet. Das spricht dafür, dass die EZB erst im März nachlegt.“ Seine Kollegin Veronique Riches-Flores von Societe Generale ergänzte: „Für die Zeit danach erkennen wir in Trichets Aussagen einen vorsichtigen Ton. Daher gehen wir davon aus, dass sich die EZB dem Ende ihre Zinserhöhungszyklus nähert.“

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung der europäischen Notenbank unter anderem gesagt, er würde der Markterwartung einer Zinserhöhung im ersten Quartal nicht widersprechen. Außerdem betonte er: „Ich habe den Begriff „große Wachsamkeit' nicht verwendet. Es bleibt ihnen überlassen, daraus alle angemessenen Schlüsse zu ziehen.“

Am Mittag hatte die überraschende Zinserhöhung der Bank von England Spekulationen genährt, die EZB könnte bereits im Februar an der Zinsschraube drehen. Die britische Notenbank hatte den Schlüsselsatz um 25 Basispunkte auf 5,25 Prozent angehoben. Das Pfund Sterling kletterte daraufhin auf ein 18-Monats-Hoch von 1,5060 Euro und verteuerte sich auf bis zu 1,9538 Dollar.

Dollar überspringt 120-Yen-Marke

Auch beim Yen spielte das Thema Leitzinsen die entscheidende Rolle. Der Dollar kletterte nach überraschend schwachen Konjunkturdaten zur japanischen Währung zeitweise auf ein 13-Monats-Hoch von 120,44 Yen und kostete am Nachmittag noch 120,32 Yen. „Am Markt setzt sich die Einschätzung durch, dass die Bank von Japan die Zinsen am 18. Januar nicht anheben wird“, sagte Devisenexperte Derek Halpenny von der Bank BTM-UFJ. „Aber selbst wenn sie es täten, wäre dieser Schritt durch die wirtschaftliche Lage nicht gerechtfertigt. Und es wäre die letzte Zinserhöhung für längere Zeit.“

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2962 (Mittwoch 1,2996) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2984 (1,2988) Dollar.

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