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25.06.2013

19:28 Uhr

Devisen

Euro bricht Erholung ab

Die Anleihekäufe der Fed könnten doch länger andauern als erwartet. Damit ist die Dollar-Rally erst einmal auf Eis gelegt. Der Euro verliert an Wert.

Der Dollar hat seinen Aufwärtstrend unterbrochen. Reuters

Der Dollar hat seinen Aufwärtstrend unterbrochen.

FrankfurtDer Euro hat am Dienstag seinen Erholungskurs vom Wochenbeginn nicht fortsetzen können. Am späten Nachmittag fiel der Euro bis auf 1,3063 US-Dollar. Das war fast ein Cent weniger als im Tageshoch. Händler nannten robuste Konjunkturdaten aus den USA als Grund.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,3134 (Montag: 1,3086) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7614 (0,7642) Euro.

Neue Wirtschaftszahlen aus den USA untermauern die Erwartung der amerikanischen Notenbank Fed, die von einer Belebung der US-Konjunktur ausgeht. Nach Zahlen vom Dienstag setzt der Immobilienmarkt - Auslöser der schweren Finanzkrise 2008 - seine Erholung in großen Schritten fort.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Die Häuserpreise steigen mittlerweile mit mehrjährigen Rekordraten. Daneben sind die Verbraucher gegenwärtig so zuversichtlich wie lange nicht mehr, die Unternehmen investieren wieder kräftig.

Dass der Euro von den Zahlen belastet wurde, liegt an der amerikanischen Geldpolitik: Mitte vergangener Woche hatte Fed-Chef Ben Bernanke eine erste Rückführung der milliardenschweren Anleihekäufe noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Allerdings nur dann, falls die Konjunktur mitspielt.

Nach Einschätzung von Narayana Kocherlakota, dem Präsidenten der Fed von Minneapolis, haben die Märkte die jüngsten Aussagen von Ben Bernanke überinterpretiert.

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