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20.06.2012

16:27 Uhr

Devisen

Euro erhält weiter Auftrieb

Die Hoffnung auf eine stabile Regierung in Athen hat den Euro am Mittwoch stabilisiert. Die Erwartung einer lockeren US-Geldpolitik gab dem Euro zusätzlich Auftrieb. Spanische Anleihen bekamen neuen Schwung.

Die Federal Reserve verkündet heute, ob sie die Geldpolitik lockert. Reuters

Die Federal Reserve verkündet heute, ob sie die Geldpolitik lockert.

FrankfurtDie Aussicht auf neue Fed-Hilfen für die US-Wirtschaft und die Einigung auf eine Regierungskoalition in Griechenland haben dem Euro am Mittwoch etwas Rückenwind gegeben. Die Gemeinschaftswährung schaffte es wieder über die Marke von 1,27 Dollar, blieb damit aber innerhalb ihrer Handelsspanne seit Wochenbeginn. Auch am Rentenmarkt war ein Durchatmen zu spüren: Die Renditen auf spanische und italienische Anleihen gaben weiter nach.

Als einen "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnete ein Händler die Verhandlungsergebnisse in Athen. Die Skepsis im Markt bleibe dennoch hoch. Nach der Einigung auf eine Koalitionsregierung soll der Chef der konservativen Partei Neue Demokratie, Antonis Samaras, noch am Abend seinen Amtseid als Ministerpräsident ablegen. Die neue Regierung will ein Team zur Neuverhandlung des internationalen Rettungspakets bilden.

Nach Einschätzung von Rupert Watson ist die Neuverhandlung mit den Geldgebern EU, EZB und IWF noch der einfachste Teil. Die Neuausrichtung der Wirtschaft sei dagegen angesichts der politischen Instabilität und der momentanen Schwäche eine Riesenaufgabe. "Ein erneuter Zins- und Zahlungsverzug Griechenlands bleibt daher, wenn auch erst in ein paar Jahren, wahrscheinlich", so Watson.

Am Rentenmarkt fiel der richtungsweisende Bund-Future in Reaktion auf die Nachrichten aus Athen um 86 Ticks auf ein Tagestief von 140,50 Punkten. Der Kurs spanischer zehnjähriger Anleihen erhielt dagegen einen Schub und zog um 1,65 Zähler an, so dass die Rendite auf 6,79 (spätes Vortagesgeschäft: 7,04) Prozent fiel. Der Anstieg bei italienischen Zehnjährigen fiel ähnlich hoch aus, die Papiere rentieren mit 5,75 (5,92) Prozent. Händler verfolgten die Entwicklung skeptisch. "Das ist eine rein technische Spielerei", sagte einer. "Die Renditen können auch ganz schnell wieder steigen. An der Gesamtsituation geändert hat sich nichts."

Thema des Tages war die Pressekonferenz der US-Notenbank Fed am Abend, von der sich Anleger eine erneute Lockerung der Geldpolitik versprachen. Der Dollar geriet vor diesem Hintergrund in die Defensive, zu einem Korb aus sechs Währungen verlor er 0,2 Prozent. Der Euro gewann 0,2 Prozent auf 1,2715 Dollar. "Die Erwartungshaltung ist, dass die Fed zumindest die Operation 'Twist' verlängert, das ist eingepreist", sagte Währungsstratege Jeremy Stretch von CIBC World Markets. "Es besteht also das Risiko einer Enttäuschung, falls die Fed heute nichts macht." Mit ihrem "Twist"-Programm tauscht die Fed kurzlaufende in langlaufende Anleihen. So will sie die langfristigen Zinsen zur Stützung der Wirtschaft niedrig halten.

"Die Schwäche des Dollar ist verständlich", sagte Devisenanalyst Simon Derrick von der Bank of New York Mellon. "Aber sobald wir wissen, was die Fed tut, wird wieder die europäische Schuldenkrise die Richtung an den Märkten vorgeben."

Von

rtr

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