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03.07.2013

19:10 Uhr

Devisen

Euro erholt sich

Nach einem Tagestief, indem sie bis auf 1,2923 Dollar gefallen war, ging es für die Gemeinschaftswährung aufwärts: Der Euro erholt sich trotz der Sorge über die Krisenländer – allen voran Portugal.

2-Euro-Münzen. Die Gemeinschaftswährung gerät unter Druck. Reuters, Sascha Rheker

2-Euro-Münzen. Die Gemeinschaftswährung gerät unter Druck.

Tokio 17:01 · DPA · Wirtschaft · Priorität: 3 · 03.07.2013 · Wortanzahl: 301
(Zusammenfassung 1700) Euro erholt sich trotz Sorge über Krisenländer

Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat sich am Mittwoch von seinen starken Verlusten vom Vorabend erholt. Obwohl die wieder aufgeflammten Sorgen um die Krisenländer im Währungsraum - allen voran Portugal - bis zuletzt nicht abebbten, zeigte sich die Gemeinschaftswährung im späteren Tagesverlauf resistent. Am Nachmittag stand der Euro sogar leicht im Plus bei 1,2984 US-Dollar. Im Tagestief war er bis auf 1,2923 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2959 (Dienstag: 1,3017) Dollar fest.

Neue Hiobsbotschaften aus dem Euroraum hatten die Finanzmärkte zur Wochenmitte mit Wucht in den Krisenmodus zurückbefördert: In Portugal wankt die Regierung nach den Rücktritten zweier wichtiger Minister. In Griechenland machen die öffentlichen Geldgeber Druck, weil es bei der Umsetzung vereinbarter Reformen hapert. Zudem enttäuschten Konjunkturdaten: Die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor hat sich im Juni weniger als erwartet aufgehellt, wie das Forschungsunternehmens Markit mitteilte.

Die Kursentwicklung des Euro seit Einführung

1. Januar 1999

1. Januar 1999: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben. Der Umrechnungskurs zur D-Mark beträgt 1,95583 DM je Euro.
Am 4. Januar startet der Handel in Sydney - der ersten großen Börse, die nach dem Datumswechsel öffnet - mit 1,1747 Dollar.

Dezember 1999

Der Euro fällt erstmals auf 1,00 Dollar.

Frühherbst 2000

Bei Kursen unter 0,85 Dollar wächst die Befürchtung, der schwache Euro könnte die Weltwirtschaft destabilisieren. Mit Unterstützung der Zentralbanken Japans und der USA greift die EZB der jungen Währung unter die Arme. Doch die Interventionen verpuffen rasch: Am26. Oktober ist ein Euro noch 0,8225 Dollar wert. Eine weitere Interventionsrunde im November hievt ihn wieder auf 0,86 Dollar.

Januar 2002

Die reibungslose Einführung des Euro-Bargelds honorieren die Finanzmärkte mit Euro-Käufen. Im Juli erreicht der Euro wieder die Ein-Dollar-Marke.

März 2003

Der Beginn des Irakkrieges geht zu Lasten des Dollar. Der Euro erreicht wieder sein Einführungsniveau.

September 2003

Finanzminister und Notenbanker der sieben führenden Industrieländer (G7) fordern flexiblere Wechselkurse, was an den Märkten als Signal für den Wunsch nach einem schwächeren Dollar interpretiert wird. Am 28. November 2003 steigt der Euro erstmals über 1,20 Dollar.

September 2007

Nach einer deutlichen US-Zinssenkung im Zuge der Subprime-Krise steigt der Euro über 1,40 Dollar.

Juli 2008

Der Euro erreicht mit 1,6038 Dollar ein Rekordhoch. Nur wenige Tage zuvor - am 11. Juli - hatte übrigens auch der Ölpreis mit 147,50 Dollar je Fass sein Allzeithoch erreicht.

Oktober 2008

Im Sog der Lehman-Pleite ziehen US-Investoren ihre Euro-Gelder ab und drücken ihn bis zum 28. Oktober auf 1,2328 Dollar ,den niedrigsten Stand seit April 2006.

Oktober 2009

Mit den Aktienmärkten steigt zwar auch der Euro - erstmals seit einem Jahr klettert er am 21. Oktober über 1,50 Dollar. Doch das Comeback ist von kurzer Dauer: Griechenland schockiert die Märkte mit der Ankündigung eines etwa doppelt so hohen Haushaltsdefizits wie bislang gedacht.

Dezember 2009, Januar 2010

Mit ersten Herabstufungen Griechenlands durch die Ratingagenturen Fitch, Standard & Poor's sowie Moody's beginnt der Euro seine Talfahrt.

Frühjahr und Sommer 2011

EZB-Chef Jean-Claude Trichet signalisiert am 3. März überraschend für April eine Zinserhöhung. Im Juli folgt sogar eine zweite Zinsanhebung. Am 4. Mai notiert der Euro zeitweise über 1,49 Dollar. Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone bremsen die Gemeinschaftswährung aber für den Rest des Sommers aus. Sie pendelt meist in einer Spanne von etwa 1,40 bis 1,45 Dollar.

Ende Februar 2012

Eine zweite EZB-Geldspritze lässt den Euro wieder steigen. Er schafft es fast bis auf 1,35 Dollar. Banken können sich bei der EZB für drei Jahre zum historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent Geld leihen. Zusammen mit der ersten derartigen Aktion vom Dezember greifen die europäischen Banken rund eine Billion Euro ab.

Juni 2012

Die Angst der Investoren vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise ist größer denn je und belastet den Euro. Vor allem Spanien ist wegen seines taumelnden Bankensektors angezählt. Im Juni fällt der Euro bis auf 1,21 Dollar.

Juli 2012

Vor Investoren in London kündigt EZB-Chef Draghi am 26. Juli an, die EZB werde „alles nötige tun, um den Euro zu erhalten.“ Der vorläufige Wendepunkt in der Euro-Krise. Sofort steigt der Euro deutlich. Innerhalb eines Tages von 1,2118 auf 1,2287 US-Dollar. Wenige Wochen später machte Draghi klar, was das bedeutet: Im Notfall kauft die EZB unbegrenzt Anleihen der Krisenländer. Der Euro startet einen neuen Höhenflug.

Februar bis März 2013

Die Erleichterungs-Rally geht weiter: Anfang Februar steigt der Euro bis auf 1,37 Dollar. Das Hoch hält allerdings nicht lange vor. Wegen Unsicherheiten in Italien und Zypern fällt die Gemeinschaftswährung und notiert aktuell bei knapp unter 1,30 Dollar.

September 2014

Die EZB überrascht die Märkte mit einem neuen Zinssenkungszyklus. Der Euro nimmt seine Talfahrt wieder auf. Signale von EZB-Chef Mario Draghi für weitere Geldspritzen drücken den Euro bis zum Jahresende auf rund 1,21 Dollar.

06. Januar 2015

Der Euro fällt auf 1,1853 Dollar und erreicht damit das Tief von Februar 2006. Zugleich nimmt die Talfahrt der Ölpreise weiter Fahrt auf. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um bis zu 1,7 Prozent auf 50,22 Dollar je Barrel (159 Liter).

Überraschend robuste Daten vom US-Arbeitsmarkt brachten am Nachmittag wenig Bewegung am Devisenmarkt. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken stärker als erwartet und in der Privatwirtschaft wurden überraschend viele Stellen geschaffen, wie neue Zahlen der Regierung und des Datendienstleisters ADP zeigten. Auch die Beschäftigungskomponente des ISM-Index für den Servicesektor stieg kräftig an, was ein ein gutes Vorzeichen für den mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht am Freitag sein könnte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84920 (0,85790) britische Pfund, 128,85 (130,08) japanische Yen und 1,2285 (1,2354) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1250,00 (Vortag: 1252,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 410,00 (30 580,00) Euro.

Von

rtr

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