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25.07.2017

17:52 Uhr

Devisen

Euro erstmals seit zwei Jahren wieder über 1,17-Dollar-Marke

Der Euro ist auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren und überspringt die Marke von 1,17 Dollar. Unter anderem die Rückkehr Griechenlands an den Anleihemarkt und die robuste heimische Konjunktur stärkten die Kurse.

Anfang des Jahres gab es für einen Dollar Euro 1,04 Dollar, im Juli schon 12 Cent mehr. dpa

Der Euro im Höhenwind

Anfang des Jahres gab es für einen Dollar Euro 1,04 Dollar, im Juli schon 12 Cent mehr.

FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Dienstag über 1,17 US-Dollar gestiegen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis zu 1,1712 US-Dollar und damit so viel wie seit August 2015 nicht mehr. Zuletzt war der Eurokurs auf 1,1660 Dollar zurückgefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1694 (Montag: 1,1648) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8551 (0,8585) Euro.

Seit Ende Juni befindet sich der Eurokurs fast durchweg im Höhenflug. Die Erwartung einer baldigen Abkehr der Europäischen Zentralbank (EZB) von ihrer extrem lockeren Geldpolitik, eine starke Euro-Wirtschaft und eine Dollar-Schwäche aufgrund politischer Querelen in den USA treiben ihn immer weiter nach oben.

Am Dienstag stärkte eine erfolgreiche Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte das Vertrauen in den Euroraum zusätzlich und gab dem Eurokurs weiter Schub. Erstmals seit dem Amtsantritt der Links-Rechts-Regierung unter Alexis Tsipras Anfang 2015 hatte Griechenland eigenständig Geld am Anleihemarkt eingesammelt. Drei Milliarden Euro seien bei einer Laufzeit von fünf Jahren emittiert worden, wie das Finanzministerium in Athen mitteilte. Die Nachfrage war hoch und der Zinssatz lag etwas unter den Erwartungen von Experten.

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Die Erwartungen an den US-Präsidenten waren gewaltig. Doch mit dem Flop der Gesundheitsreform verlieren viele Investoren den Glauben an seine Wirtschaftspläne. Die Folge: Der Dollar verliert an Wert, der Euro-Kurs steigt.

Zuvor hatte bereits ein überraschender weiterer Rekordwert im Juli beim Ifo-Geschäftsklima für Deutschland den Eurokurs gestützt. Auch in Frankreich wird die Stimmung in der Wirtschaft immer besser und ist laut dem Statistikamt Insee so positiv wie seit Juni 2011 nicht mehr.

Heimische Konjunktur und Geldpolitik sind nur zwei Faktoren, die den Höhenflug des Euros erklären. Der dritte ist die Schwäche des US-Dollars. Inzwischen richten sich die Blicke der Anleger verstärkt auf die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Mit einer Zinserhöhung wird zwar nicht gerechnet. Dafür könnte es aber Signale bezüglich des künftigen geldpolitischen Kurses geben.

Der Greenback gerät gleich von zwei Seiten unter Druck. Zum einen ist da Janet Yellen. Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve nahm bei den Zinserhöhungen zuletzt den Fuß vom Gaspedal. Auch die jüngsten Aussagen einzelner Fed-Gouverneure deuten daraufhin, dass der zuständige Offenmarktausschuss der Notenbank die Zinsen am Mittwoch nicht weiter anheben wird. Stattdessen geht es um die Diskussion, wann die Fed anfangen wird, ihre durch das Anleihekaufprogramm aufgebähte Bilanz zu verkleinern. Im Gegensatz zu den Leitzinsen ist das eine Detailfrage, aber es wäre der nächste Schritt hin zu einer strafferen Geldpolitik.

Auch Donald Trump hat ein Problem: Dass der Dollar abwertet, hat auch mit der bisher schwachen Bilanz seiner Innenpolitik zu tun. Mehrere Vorhaben des US-Präsidenten scheiterten. Abstimmungsniederlagen wie bei der Gesundheitsreform haben Signalwirkung nach innen und außen. Den großen Steuererleichterungen für Unternehmen fehlt die Gegenfinanzierung, sie werden wohl deutlich geringer ausfallen als angekündigt. Kurzum: Die hohen Erwartungen an die Trumponomics bleiben bisher unerfüllt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89395 (0,89350) britische Pfund, 130,28 (129,09) japanische Yen und 1,1063 (1,1020) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1254,40 (1255,55) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33 960,00 (34 802,00) Euro.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Herr Peter Spiegel

25.07.2017, 16:54 Uhr

Trump macht die USA zur Witz-Nation. Putin lacht.

Frau Edelgard Kah

25.07.2017, 17:08 Uhr

Für mich ist der Artikel wegen des vielen Hin- und Hergeredes unverständlich. Nehmen wir als Beispiel einmal die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks.

1. Die Zinsen sind in den USA deutlich höher als in Euroland. Das sieht ein Blinder mit dem Krückstock.
2. Der Zinsvorsprung der USA wird sich in Zukunft noch vergrößern. Das wissen selbst neugeborene Kinder.

Beide Wirkungsfaktoren bedeuten eine Stärkung des Dollars. Spekulationen, wann welcher Notenbanker husten wird, können an dieser Binsenweisheit nichts ändern.

Herr Josemin Hawel

25.07.2017, 17:09 Uhr

Trumps unfassbare Inkompetenz wird die USA richtig nach unten bringen. Selbst eine ordentliche Schraube vom deutschen Würth werden die sich bald nicht mehr leisten können. Und selber bauen? Uff! Da ist es einfacher, einen Schreihals zu haben, der mit dem Finger ins Ausland zeigt: "Die sollen uns das billiger verkaufen!"

Ein Sozialist fürs eigene Volk. "Wir sind die Großen". Ein Nationalist für die Stammtische. "Wir sind die Besten!" Nur Schrauben bauen kann man nicht.

Am Ende steht die Frage: Wer verkauft ihnen eine ordentliche Schraube?

Bei Hitler ging dann das Gebrüll von einem "aufgezwungenen Wirtschaftskrieg" los...

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