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07.01.2015

08:47 Uhr

Devisen

Euro fällt auf tiefsten Stand seit Februar 2006

Der Euro befindet sich weiter auf Talfahrt. Händler sprechen von einem „verunsicherten Markt“ – und halten ein weiteres Absacken für möglich, sollte sich die Gemeinschaftswährung nicht bald erholen.

Die Lage in Griechenland und die Geldpolitik der EZB haben die Gemeinschaftswährung Euro auf den niedrigsten Stand seit Februar 2006 sinken lassen. dpa

Die Lage in Griechenland und die Geldpolitik der EZB haben die Gemeinschaftswährung Euro auf den niedrigsten Stand seit Februar 2006 sinken lassen.

FrankfurtDer Euro hat seine Talfahrt zur Wochenmitte fortgesetzt. In der Nacht zum Mittwoch fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,1843 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2006. Am Morgen stand der Euro bei 1,1864 Dollar, während die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Vortag auf 1,1914 (Montag: 1,1915) Dollar festgelegt hatte.

„Der Markt ist verunsichert“, beschrieb Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank die Stimmung unter Anlegern. Das liege daran, dass „die EZB im Kampf gegen die niedrige Inflation zunehmend überfordert wirkt“.

Am späten Vormittag werden neue Inflationsdaten aus der Euro-Zone erwartet. Volkswirte rechnen damit, dass die Verbraucherpreise im Währungsraum erstmals seit der schweren Wirtschaftskrise 2009 wieder gesunken sind. Außerdem belaste nach wie vor die Sorge vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung, hieß es aus dem Handel.

„Sollte sich der Euro im Wochenverlauf nicht mehr erholen, könnte er schnell unter 1,15 oder sogar 1,12 Dollar absacken“, warnte ein Händler. Sowohl technisch als auch fundamental sei der Euro angeschlagen. Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise im Mai 2010 hatte die wichtige Marke von 1,1875 Dollar noch gehalten. Der Preissturz an den Ölmärkten verringert laut Experten die Inflationserwartungen für die Euro-Zone und lässt somit weitere Geldspritzen der Zentralbank nötig erscheinen.

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

Als entscheidender Grund für die Euro-Schwäche gilt auch die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA. Die US-Notenbank hatte im vergangenen Jahr die Geldschleusen für die inzwischen anziehende Konjunktur geschlossen und könnte 2015 erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 die Zinsen wieder erhöhen.

Kommentare (7)

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Herr Peter Delli

07.01.2015, 10:16 Uhr

Wer jetzt noch Euronen hat ist............krank.

Celo Abdi

07.01.2015, 10:40 Uhr

Ich hab deshalb schon in Rubel getauscht.

Herr Peter Delli

07.01.2015, 10:46 Uhr

Genial, wird einen Riesenrepach geben.

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