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07.04.2006

21:30 Uhr

dpa-afx NEW YORK. Der Euro ist am Freitag unter die Marke von 1,21 Dollar gerutscht. Im späten New Yorker Geschäft kostete die Gemeinschaftswährung 1,2 097 Dollar. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte am Donnerstag mit seiner überraschend klaren Absage einer Zinserhöhung im Mai die Talfahrt ausgelöst. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2 179 (Donnerstag: 1,2 312) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8 211 (0,8 122) Euro.

"Die Aussagen von Trichet wirken noch nach", sagte Devisenexperte Armin Mekelburg von der Hypovereinsbank (HVB). Darüber hinaus sei die Abwärtsbewegung durch einen robusten US-Arbeitsmarktbericht verstärkt worden. Die US-Wirtschaft hat im März bei moderaten Lohnzuwächsen etwas mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Gleichzeitig ging die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,7 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit vier Jahren zurück. Ökonomen sehen die US-Notenbank nach den Daten weiter auf Straffungskurs. Die Zahl der Beschäftigten ist nach Angaben des US-Arbeitsministeriums um 211 000 zum Vormonat gestiegen.

Die Schwäche des Euro hält HVB-Experte Mekelburg allerdings nur für eine "vorübergehende Erscheinung". Auch Commerzbank-Devisenexpertin Antje Praefcke bleibt grundsätzlich für den Euro optimistisch: "Der Staub sollte sich nach dem gestrigen Sturm legen." Die Finanzmärkte hatten sich nach unerwartet positiven Konjunkturdaten aus Deutschland fest auf eine rasche Zinserhöhung eingeschossen. "Die EZB bleibt auf Kurs, nur der Zeithorizont hat sich etwas verschoben", sagte Mekelburg. Eine weitere Zinserhöhung in der Eurozone im Juni sei nach den Trichet-Aussagen "fast sicher". Dies dürfte dem Euro mittelfristig bereits wieder Auftrieb geben.

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