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01.08.2013

19:14 Uhr

Devisen

Euro fällt nach Billigzins-Versprechen

Nachdem die Gemeinschaftswährung zeitweise unter die Marke von 1,32 Dollar rutschte, hält er sich zum Schlusshandel wieder solide darüber. An den überraschend guten Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone lag das aber nicht.

Die Gemeinschaftswährung notiert am Donnerstag bei 1,3230 Dollar. dpa

Die Gemeinschaftswährung notiert am Donnerstag bei 1,3230 Dollar.

FrankfurtDer Euro ist am Donnerstag nach dem erneuten Versprechen extrem niedriger Zinsen in der Eurozone durch die EZB zeitweise unter die Marke von 1,32 US-Dollar gerutscht. In der Spitze fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,3194 Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit fast einer Woche. Am Nachmittag konnte sich der Eurokurs wieder erholen und kletterte auf zuletzt 1,3230 Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3236 (Mittwoch: 1,3275) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7555 (0,7533) Euro.

Am frühen Nachmittag hatte die EZB den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,50 Prozent bestätigt. Auf der anschließenden Pressekonferenz versprach Notenbankchef Mario Draghi den Märkten eine Fortsetzung der Billiggeld-Politik in der Eurozone. Draghi hatte nach Einschätzung von Experten sogar ein neues Rekordtief bei den Zinsen nicht ausgeschlossen. „Nach den zuletzt verbesserten Konjunkturdaten sei die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung zwar gesunken, angesichts der anhaltenden Unsicherheit bestehe diese Option aber weiter“, kommentierte der EZB-Beobachter der Commerzbank, Michael Schubert.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Überraschend gute Konjunkturdaten aus der Eurozone konnten den Euro dagegen nicht anschieben. Die am Markt stark beachtete Stimmung bei den Einkaufsmanagern von Industriebetrieben übertraf die Erwartungen. Die Zeichen stehen nun wieder - wenn auch knapp - auf Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone. Einen leichten Dämpfer bekam der Euro allerdings noch durch überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA. Am Nachmittag war die Stimmung der Einkaufsmanager in den amerikanischen Industriebetrieben im Juli viel stärker als erwartet gestiegen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86920 (0,87350) britische Pfund, 130,69 (130,00) japanische Yen und 1,2317 (1,2317) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1315,00 (1314,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 31 580,00 (31 520,00) Euro.

Von

dpa

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