Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.07.2015

17:54 Uhr

Devisen

Euro fällt trotz Einigung mit Griechenland

Der Schock wirkt nach: Trotz des erfolgreichen Abschlusses der Griechenlandgespräche schwächelt die Gemeinschaftswährung. Der Kurs fiel auf 1,1006 Euro. Indes ist der Dollar weiterhin sehr stark an den Weltmärkten.

Die griechische und die europäische Flagge in Athen: Der Euro schwächelt. Reuters

Premierministersitz

Die griechische und die europäische Flagge in Athen: Der Euro schwächelt.

FrankfurtTrotz der Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland hat der Euro am Montag geschwächelt. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung auf ihr Tagestief bei 1,1006 US-Dollar und lag damit fast eineinhalb Cent tiefer als vor Bekanntgabe der Einigung am frühen Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1049 (Freitag: 1,1185) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,9051 (0,8941) Euro.

Nur unmittelbar nach Bekanntgabe der Einigung stieg der Euro für kurze Zeit auf ein Tageshoch von 1,1197 Dollar, musste die Gewinne dann aber schnell wieder abgeben. Ein Grund für den Rücksetzer dürften Zweifel an der Verlässlichkeit der Einigung sein.

Zwar schätzen Experten die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum („Grexit“) nun als geringer ein als zuvor, aber der weitere Verhandlungsweg könnte schwierig werden. „Dadurch, dass umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen von Griechenland verlangt werden, die erheblich über das Angebot der griechischen Regierung hinausgehen, wird es eine Herausforderung werden, die Zustimmung im griechischen Parlament selbst unter Einbeziehung der Opposition zu organisieren“, schreiben Analysten der National-Bank. Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, nannte die Einigung gar einen „fragilen Halb-Deal“.

Der schwächere Euro lässt sich aber auch durch eine allgemeine Stärke des US-Dollar erklären. Die Einigung mit Griechenland mache eine Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) noch wahrscheinlicher, schreiben Analysten der NordLB. „Ohnehin war mit einem ersten Zinsschritt noch in diesem Jahr zu rechnen gewesen – nun dürfte für viele Marktteilnehmer der September-Termin wahrscheinlicher geworden sein.“ Fed-Chefin Janet Yellen hatte am Freitag explizit Griechenland als einen Faktor erwähnt, der mit entscheidend bei der Frage sei, ob die Fed noch dieses Jahr die Zinsen erhöhen werde.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7115 (0,7208) britische Pfund, 136,30 (136,88) japanische Yen und 1,0478 (1,0464) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1154,00 (1159,30) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 32 970,00 (32 910,00) Euro.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Baron v. Fink

13.07.2015, 18:26 Uhr

Mit 1,10 ist der Euro überbewerte. Ein Dollar ist schon ein Geschenk.

Account gelöscht!

13.07.2015, 18:38 Uhr

Die sogenannte Einigung ist das Ergebnis geschickter Erpressung seitens Tsipras und der Furcht der andern davor, sich gegenüber dem eigenen Volk als kostentreibende Versager offenbaren zu müssen.

So oder so - der Euro kann nur verlieren, denn er ist als Währung ein Versager.
Was in Griechenland zu besichtigen ist, wird sich in allen zunächst mediterranen Ländern ebenso abspielen, weil dort die eigene Währung fehlt und jede Abwertung unmöglich ist.
Ohne jede Wettbewerbsfähigkeit in Italien, Spanien, Portugal und Irland sowie Frankreich, Zypern pp kann ein Euro gar nicht existieren. Eine reine Fehlkonstruktion.

Peter Bauer

13.07.2015, 18:43 Uhr

Euro fällt trotz Einigung mit Griechenland....
Sie sollten schreiben Euro fällt wegen Einigung, es ist doch klar, dass die Pleite
nur noch schneller kommt. Werfen Sie mal Geld zum Fenster raus.........

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×