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15.01.2015

17:52 Uhr

Devisen

Euro fällt zeitweise unter 1,16 US-Dollar

Nach den leichten Gewinnen in den vergangenen Tagen ist der Euro am Donnerstag gefallen – kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit über elf Jahren. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,1568 Dollar.

Am Donnerstagmorgen kostete ein Euro 1,1774 Dollar. dpa

Am Donnerstagmorgen kostete ein Euro 1,1774 Dollar.

Frankfurt/MainDer Eurokurs ist am Donnerstag kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit über elf Jahren gefallen. Die Kehrtwende in der Wechselkurspolitik der Schweiz brachte den Euro auch im Verhältnis zum US-Dollar unter Druck. Sein Kurs fiel bis auf 1,1568 Dollar.

Vor der Entscheidung hatte der Euro noch knapp unter der Marke von 1,18 Dollar gelegen. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1585 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1708 (Mittwoch: 1,1775) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8541 (0,8493) Euro.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hatte den im September 2011 festgesetzten Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro aufgehoben und damit den Eurokurs stark unter Druck gebracht. Es habe sich um einen „völlig überraschenden Schritt“ gehandelt, kommentierte Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank.

So fiel der Eurokurs bis auf ein Rekordtief von 0,8517 Franken. „Am Euro-Franken-Markt herrschten für Minuten chaotische Zustände“, sagte Karpowitz. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und stieg wieder über die Marke von einem Franken.

„Mit der Freigabe des Wechselkurses läuft die SNB nun Gefahr, dass der Schweizer Franken massiv aufwertet“, meinte Karpowitz. Die gleichzeitige Zinssenkung sei „kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“. Die Notenbank versucht, mit der Zinssenkung die Aufwertung des Franken zu beschränken, um die schweizerische Exportwirtschaft insgesamt nicht zu stark zu belasten.

Durch die Käufe von Wertpapieren aus der Eurozone hatte die SNB den Euro tendenziell auch zu anderen Währungen gestützt. Daher geriet der Euro nun auch zum Dollar stark unter Druck. Einige Beobachter vermuteten, dass die Schweizer Zentralbank schon vor der erwarteten weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die EZB reagieren wollte. Breit angelegte Staatsanleihekäufe der EZB würden den Euro weiter schwächen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76720 (0,77530) britische Pfund, 136,48 (137,48) japanische Yen und 1,0280 (1,2010) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1259,00 (1235,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33 380,00 (33 020,00) Euro.

Kommentare (5)

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Herr Peter Delli

15.01.2015, 12:02 Uhr

Jetzt gehts auf die 1,16 zu. Eine Währung so hart wie die DM

Account gelöscht!

15.01.2015, 15:51 Uhr

Nach den leichten Gewinnen in den vergangenen Tagen ist der Euro am Donnerstagmorgen gefallen und kostete 1,1774 Dollar. Derweil ist die Aussicht auf ein QE-Programm der EZB gestiegen, um die EU-Wirtschaft zu stützen.

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Die EZB kann Anleihen kaufen so viele sie will...

und wieder kaufen...und immer immer wieder kaufen...

OHNE NEUE ARBEITSPLÄTZE IN EUROPA GEHT NICHTS !!!!!!!!!








Herr Wilfried Runft

15.01.2015, 16:40 Uhr

Ich halte die Vorgehensweise der Schweizer Nationalbank für völlig nachvollziehbar, denn ein weiterer Absturz des Euro-Kurses würde die Schweiz überfordern. Das Verhalten der EZB mit einem undurchsichtigen Draghi an der Spitze ist zu kritisieren, denn meiner Ansicht nach wird die Politik des billigen Geldes nicht dazu führen, dass die Wirtschaft der MED-Staaten anspringt, weil es an Wettbewerbsfähigkeit mangelt und diejenigen, die investieren könnten, genügend Liquidität haben, also gar keine Kredite brauchen, aber denen ist das Risiko zu groß. Evtl. QE-Maßnahmen der EZB werden deshalb schlicht verpuffen und lediglich dringend notwendige Reformen in den gen. Staaten verhindern.

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