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26.08.2011

17:14 Uhr

Devisen

Euro gibt kräftig nach

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat kein Signal zu neuen Stützen durch die Federal Reserve Bank gegeben. Den Euro hat das auf Talfahrt geschickt.

Eine Euro-Münze auf Dollar-Scheinen. Reuters

Eine Euro-Münze auf Dollar-Scheinen.

Frankfurt am MainDer Euro hat am Freitag mit deutlichen Verlusten auf enttäuschend aufgenommene Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke reagiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,4330 US-Dollar. Kurz vor den Äußerungen Bernankes war der Euro noch auf ein Tageshoch bei 1,4455 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,4402 (Donnerstag: 1,4424) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6944 (0,6933) Euro.

In einer mit Spannung erwarteten Rede gab Fed-Chef Ben Bernanke keine konkreten Hinweise auf zusätzliche Maßnahmen zur Stützung der schwachen amerikanischen Konjunktur. Er verwies lediglich auf die vielfältigen Optionen der Notenbank und kündigte an, dass die kommende Zinssitzung im September einen Tag länger als üblich dauern werde. „Die längere Sitzungszeit bedeutet, dass sich die Notenbank intensiv mit den aktuellen Problemen beschäftigen wird“, sagte Devisenexperte Sebastian Sachs vom Bankhaus Metzler. Zudem könnte dies ein Indiz für zusätzliche Maßnahmen der Fed sein.

Insgesamt habe sich Bernanke aber vage ausgedrückt und nicht festgelegt, sagte Sachs. An den Märkten fielen die Reaktionen turbulent aus. Am Devisenmarkt gab der Euro seine bis dahin erzielten Kursgewinne ab und verlor innerhalb weniger Minuten rund einen Cent.

Vor der Rede Bernankes war an den Märkten spekuliert worden, er könnte eine dritte Runde von Anleihekäufen signalisieren - auch „quantitative Lockerung“ genannt. „Derart hoch gegriffene Markterwartungen wurden enttäuscht, womit auch die Verluste des Euro zu erklären sind“, sagte Sachs. Seit Wochen steht der Euro im Bann der Stimmung an den Finanzmärkten. In turbulenten Zeiten wird vermehrt der Dollar als „sicherer Hafen“ gesucht, was den Euro belastet.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88565 (0,88120) britische Pfund, 110,41 (111,31) japanische Yen und 1,1458 (1,1466) Schweizer Franken festgelegt. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1788,00 (1729,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.140,00 (37.660,00) Euro.

Von

dpa

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