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22.08.2013

13:46 Uhr

Devisen

Euro gibt weiter nach

In Fernost verliert der Euro an Boden und auch die überraschend guten Konjunkturdaten aus der Euro-Zone helfen der Währung nicht auf die Sprünge. Für den Dollar wird es hingegen bald aufwärts gehen, prophezeien Experten.

Die Gemeinschaftswährung Euro kostet 1,3340 Dollar. dpa

Die Gemeinschaftswährung Euro kostet 1,3340 Dollar.

FrankfurtKonjunkturdaten aus dem Euroraum zur Aktivität im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor waren besser ausgefallen als erwartet und lieferten weitere Signale für eine Konjunkturerholung. Der Einkaufsmanager-Composite-Index von Markit Economics für die Eurozone stieg von 50,5 im Juli auf 51,7 im August. In einer Umfrage von Bloomberg war nur eine Verbesserung auf 50,9 erwartet worden. Ein Wert über 50 deutet auf eine Expansion hin.

In Deutschland haben sich die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor stärker als erwartet verbessert, und zwar auf 52,0 beziehungsweise 52,4. In Frankreich hingegen verschlechterten sich die Indizes unerwartet.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3328 Dollar gehandelt, 0,2 Prozent schwächer. Im vorläufigen Tageshoch war der Euro bis auf 1,3364 Dollar gestiegen, im Tief bis auf 1,3321 Dollar gefallen. Am Mittwoch hatte die Devise 0,5 Prozent verloren.

Der Bloomberg U.S. Dollar Index hatte am Mittwoch ein Zwei-Wochen-Hoch markiert, nachdem das Protokoll der Juli-Sitzung der Federal Reserve aufgezeigt hatte, dass sich die meisten Mitglieder des zinspolitischen Offenmarktausschusses (FOMC) mit dem Plan von Notenbankchef Ben S. Bernanke, die Anleihekäufe noch in diesem Jahr zu verringern, „wohlfühlten“. Das Protokoll des Offenmarktausschusses habe keine wesentlichen Erkenntnisse gebracht, urteilte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Laut Händlern profitierte der Dollar von dem breiten Konsens in der amerikanischen Notenbank Fed.

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