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28.03.2011

13:49 Uhr

Devisen

Euro hält sich über 1,40 Dollar

Die Schuldenkrise einiger Euro-Staaten, wie beispielsweise Portugal, belastet die Gemeinschaftswährung zum Wochenbeginn leicht. Eine Zinserhöhung wird unwahrscheinlicher.

Die Schuldenkrise einiger Euro-Staaten belastet die Gemeinschaftswährung zu Wochenbeginn leicht. Quelle: dpa

Die Schuldenkrise einiger Euro-Staaten belastet die Gemeinschaftswährung zu Wochenbeginn leicht.

FrankfurtDie auf dem EU-Gifpel festgezurrten Vereinbarungen für einen langfristigen Krisenmechanismus haben Euro-Investoren nicht überzeugt. Angesichts der ungelösten Schuldenprobleme Portugals  und der anhaltenden Schwierigkeiten im irischen Bankensektor fragten sie sich am Montag, wie belastbar der politische Wille zu helfen im Zweifel wirklich ist. In einigen europäischen Handelsräumen wurde zudem darüber diskutiert, inwiefern die Bundesregierung nach den CDU-Verlusten bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ihre Position in der Euro-Debatte ändern könnte.

Der Euro bewegte sich um 1,4050 Dollar und war damit etwas schwächer als im späten US-Geschäft am Freitag mit 1,4085 Dollar. Der Umsatz blieb aber sehr gering.  Händlern zufolge schätzen Investoren auch die Chancen einer EZB-Zinserhöhung in der kommenden Woche inzwischen etwas niedriger ein. Nachrichten, wonach die Zentralbank an einem neuen Hilfsprogramm für die irischen Banken arbeite, erhöhten die Zweifel. „In Deutschland und Frankreich läuft die Konjunktur ja recht rund, aber wir sind nicht allein auf der Welt“, sagte ein Händler.

Zu den hausgemachten Problemen innerhalb Europas kämen die vielfach noch unklaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe in Japan. „Auch wenn die EZB mit einer Verknappung des Geldes dem Wachstum nur einen kleinen Riegel vorschiebt, kann man fragen, ob das im Moment der richtige Zeitpunkt ist“, sagte ein Händler. Die neuen europäischen Banken-Stresstests, für den die Institute bis Mitte April Daten einreichen müssen, erhöhten die Nervosität im Markt.

Sorgen ausländischer Händler, nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pflaz könne die politische Unsicherheit in Deutschland steigen, widersprachen Analysten. „Das ist schon deshalb nicht stichhaltig, weil niemand ernsthaft ein frühzeitiges Ende der Koalitionsregierung in Berlin vorhersagt“, schrieb die Commerzbank. Auch sei Deutschland längst nicht mehr alleiniger Bremser, wenn es um die Umsetzung der de facto angestrebten Transferunion gehe. „Auch in anderen AAA-gerateten Ländern, die sich auf der Zahlerseite sehen, wächst der Unwille zu dauerhaften Transfers in die Peripherie.“ Die Angst der Investoren vor einem Scheitern der Rettungsmechanismen werde deshalb bleiben.

Zusätzlich geschwächt wurde der Euro von einer steigenden Nachfrage nach der US-Währung. Der Dollar profitierte von Spekulationen auf ein absehbares Ende der extrem lockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Die Chefs der Notenbanken von Chicago und Philadelphia hatten sich in den vergangenen Tagen entsprechend geäußert. Zu einem Korb aus sechs Währungen legte der Greenback 0,2 Prozent zu.

Von

rtr

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