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12.12.2014

08:53 Uhr

Devisen

Euro-Händler warten auf EZB-Signale

Wann steigt die EZB in Staatsanleihekäufe ein? Diese Frage stellen sich nicht nur Anleger, sondern auch Devisenhändler. Dafür werten Experten alle EZB-Signale aus – doch davon gibt es heute wenig.

Viele Experten erwarten, dass die EZB im ersten Quartal des kommenden Jahres mit Anleihekäufen beginnt. dpa

Viele Experten erwarten, dass die EZB im ersten Quartal des kommenden Jahres mit Anleihekäufen beginnt.

Frankfurt/MainDer Euro hat sich am Freitag zunächst nur wenig bewegt. Die Devisenmärkte blicken vor allem auf Hinweise, wann die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Ankauf von Staatsanleihen ihre Geldpolitik noch weiter lockert, hieß es aus dem Handel. Die Gemeinschaftswährung notierte am Morgen bei 1,2390 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vortag. Die EZB hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2428 Dollar festgesetzt.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Das beherrschende Thema auf den Devisenmärkten ist weiterhin der Zeitpunkt, zu dem die EZB in umfassende Staatsanleihekäufe einsteigt. Viele Experten erwarten dies für das erste Quartal des kommenden Jahres. Am Donnerstag wurden jedoch Daten bekannt, nach denen die Preise in Frankreich mit 0,2 Prozent im November überraschend stark rückläufig waren. Damit könnte laut Beobachtern die EZB zu schnellerem Handeln gezwungen sein, um eine Deflation in der Eurozone zu verhindern.

Von

dpa

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