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13.07.2011

15:02 Uhr

Devisen

Euro ignoriert Moody's Irland-Schelte

Die Euro-Anleger haben sich an Schreckensmeldungen gewöhnt und ignorieren die Herabstufung Irlands. Heute wiegen die Sorgen über den Zustand der USA. Der Euro steigt im Wert gegen den Dollar.

Eine Euro-Münze vor Dollar-Scheinen: Der Euro schlägt sich wacker. Quelle: Reuters

Eine Euro-Münze vor Dollar-Scheinen: Der Euro schlägt sich wacker.

FrankfurtDie Abstufung Irlands durch die US-Ratingagentur Moody's hat am Mittwoch an den Renten- und Devisenmärkten die Anleger irritiert. Doch blieben die Kursreaktionen auf die irischen Anleihen beschränkt. Den Euro bremste die Wiedereröffnung dieser Baustelle im europäischen Schuldenland kaum.

Die Gemeinschaftswährung pendelte am frühen Nachmittag meist um 1,4060 Dollar und notierte damit rund einen US-Cent höher als am Vorabend. Am Vortag hatten die Sorgen um Italien den Euro noch auf ein Vier-Monats-Tief von weniger als 1,39 Dollar gedrückt.

Moody's hatte am Dienstagabend die Bonität Irlands auf Ramschstatus gesenkt und dies mit der höheren Wahrscheinlichkeit eines zweiten Hilfspaktes begründet. „Mit einer Herabstufung Irlands auf „Ramsch-Niveau' hat Moody´s die nächste Breitseite auf Euroland abgefeuert, die den Fokus der Märkte von den deutlich größeren Problemen der USA fernhält“, erklärte ein Börsianer. 

Am Devisenmarkt spielte denn auch die Entwicklung in den USA wieder eine etwas größere Rolle. Denn laut dem am Dienstagabend veröffentlichten Protokoll haben die US-Notenbanker bei ihrer jüngsten Sitzung im Juni auch über eine Ankurbelung der Konjunktur diskutiert. Die US-Notenbank hat seit Ausbruch der Krise durch die Pleite des Investmenthauses Lehman zwei Mal große Anleihe-Aufkaufprogramme gestartet, um die US-Konjunktur in Schwung zu bringen - bislang ohne nachhaltige Wirkung.

Das jüngste Stützungsprogramm ist gerade im Juni ausgelaufen. Während die US-Notenbank an ihrer Nullzinspolitik festhält, hat die EZB schon zwei Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöht, die nun bei 1,5 Prozent stehen. Für Anleger ist der Euro somit aufgrund der Zinsen attraktiver als der Dollar.

Daneben steht in den USA weiterhin eine Einigung über die Anhebung der Schuldenobergrenze aus, ohne die der weltgrößten Volkswirtschaft ab voraussichtlich 2. August die Zahlungsunfähigkeit droht. Händler warnten daher davor, die Kursbewegungen überzubewerten: „Die Lage bleibt unausgegoren, und die Investoren suchen nach Orientierung“, schreiben die Analysten der Metzler Bank.

Kommentare (1)

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Reinhard

13.07.2011, 10:55 Uhr

Der Bericht sagt alles. "Um von den weitaus größeren Problemen Amerikas abzulenken", danke ohne weiteren Kommentar für jeden zu verstehen, dass hier schon lange nicht mehr neutral bewertet wird. Die Frage ist nur, wann kapiert das endlich auch der Makt?

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