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14.05.2013

16:18 Uhr

Devisen

Euro-Kursgewinne schmelzen dahin

Ein schwächer als erwartet ausgefallener ZEW-Index sorgt beim Euro für Verluste. Bereits am Vortag hatte ein starker Dollar die Gemeinschaftswährung belastet.

Der Euro kann sich nicht über der 1,30-Dollar-Marke halten. dpa

Der Euro kann sich nicht über der 1,30-Dollar-Marke halten.

FrankfurtDer Euro hat am Dienstag anfängliche Kursgewinne gegenüber dem Dollar wieder eingebüßt. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung kaum verändert. Zuletzt wurden für einen Euro 1,2967 Dollar gezahlt und damit etwas weniger als am Vortag.

Während der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen schwächer als erwartet ausfiel, legte die Industrieproduktion in der Eurozone deutlicher zu als prognostiziert. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ermittelte Index der Konjunkturerwartungen von Investoren und Analysten ist von 36,3 im April auf 36,4 im Mai gestiegen. Volkswirten hatten in einer Bloomberg-Umfrage einen Wert von 40 erwartet. Der Index soll den Konjunkturgang über die nächsten sechs Monate anzeigen.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

In der Eurozone ist die Industrieproduktion im März um ein Prozent gestiegen und damit doppelt so stark wie Ökonomen erwartet hatten. Das teilte das Europäische Statistikamt im Luxemburg mit.

Die schwedische Krone gab im Gefolge schwacher Inflationsdaten gegenüber den meisten wichtigen Währungen nach. In Schweden sind die Verbraucherpreise im April annualisiert um 0,5 Prozent gesunken, stärker als von Volkswirten in einer Bloomberg-Umfrage erwartet. “Der Markt muss jetzt eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Riksbank einpreisen”, sagte Kasper Kirkegaard, leitender Devisenstratege bei Danske Bank A/S in Kopenhagen. Zum Euro verbilligte sich die Krone 0,5 Prozent.

Der Schweizer Franken notierte unverändert zum Euro bei 1,2420 je Euro. Zum Dollar war die eidgenössische Währung ebenfalls unverändert bei 95,77 Rappen je Dollar.

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