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11.09.2015

12:41 Uhr

Devisen

Euro notiert über 1,10 Franken

Anfang des Jahres hatte die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs überraschend aufgegeben – nun ist der Euro nach tiefem Fall wieder über die Marke von 1,10 Franken gestiegen.

Der Euro befindet sich weiter im Aufwind und hat die Marke von 1,10 Franken geknackt. dpa

Franken und Euro

Der Euro befindet sich weiter im Aufwind und hat die Marke von 1,10 Franken geknackt.

ZürichErstmals seit der Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist der Euro wieder über die Marke von 1,10 Franken gestiegen. Der Euro setzte den seit rund einem Monat dauernden Aufwärtstrend fort und notierte am Freitag bei 1,1017 Franken.

Fachleute begründen die Schwäche des Franken vor allem mit der unterschiedlichen konjunkturellen Dynamik der Schweiz und der Euro-Zone. Die Schwäche des Frankens wird auch mit der Stärke des US-Dollars erklärt. Die Devise profitiert von der guten Verfassung der weltgrößten Wirtschaft. „Der Franken verliert also auch vor der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank“, sagte ein Händler. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Fed erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsschraube leicht anzieht.

Die Schweizer Wirtschaft, Deutschland und die EU

Reger Warenaustausch

Zwischen der Schweiz und der EU besteht ein reger Warenaustausch. Die Schweiz exportierte 2013 nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) Waren im Wert von rund 90 Milliarden Euro (54,9 Prozent der Ausfuhren) in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Importe

Importiert wurden aus den Mitgliedstaaten der EU Waren im Wert von rund 108 Milliarden Euro (74,4 Prozent der gesamten Einfuhren).

Viertwichtigster Handelspartner

Die Schweiz ist viertwichtigster Handelspartner der EU nach USA, China und Russland. Exportiert werden Pharmazeutika, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente, Uhren.

Deutschland

Deutschland ist laut BMWI Zielland für rund ein Drittel der schweizerischen Exporte. Knapp ein Fünftel der schweizerischen Importe stammen aus Deutschland. Deutschland ist somit der mit Abstand wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz.

Wichtige Handelsbeziehungen

Aber auch für Deutschland sind die Handelsbeziehungen zur Schweiz von „enormer“ Bedeutung, schreibt das BMWI auf seiner Webseite. Die Schweiz nimmt demnach in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner den 8. Rang sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen ein.

Mehr deutsche Produkte

2012 hatte die vergleichsweise kleine Schweiz (acht Millionen Einwohner) wertmäßig mehr deutsche Produkte eingeführt als beispielsweise Russland (142 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) oder Polen (38 Millionen Einwohner).

Deutsche in der Schweiz

290.000 Deutsche leben und arbeiten laut BMWI in der Schweiz. Deutsche bilden damit nur noch knapp nach Italienern (15,9 Prozent) die zweitstärkste Ausländergruppe (15,2 Prozent).

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am 15. Januar nach mehr als zwei Jahren den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken überraschend aufgegeben, was zu einer schockartigen Aufwertung des Franken geführt hatte. Daraufhin war die Einheitswährung zeitweise tief unter die Parität zum Franken gefallen.

Über die mögliche Zinsentscheidung der SNB am kommenden Donnerstag herrscht unter Fachleuten Einigkeit: Die Notenbank dürfte an den Minuszinsen von 0,75 Prozent festhalten. Erwartet wird auch, dass die SNB bestätigt, bei Bedarf weiter am Devisenmarkt zu intervenieren, um eine übermäßige Stärke des Frankens zu verhindern. "Das spricht auch gegen den Franken", sagte ein Händler.

Von

rtr

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