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10.11.2011

15:45 Uhr

Devisen

Euro oder Dollar - Pest oder Cholera?

Angesichts der Börsenentwicklung zeigt sich der Euro erstaunlich stabil. Mit eigenen Qualitäten hat die Kraft der Gemeinschaftswährung jedoch nichts zu tun - eher mit dem Mangel an Alternativen.

Wie stark ist er wirklich? Viele Fakten sprechen gegen den Euro. dpa

Wie stark ist er wirklich? Viele Fakten sprechen gegen den Euro.

FrankfurtSeine Zukunft spielt derzeit die Hauptrolle an den Finanzmärkten. Dennoch ist er - gemessen an den Kursveränderungen - nur ein Nebendarsteller: Der Euro hält sich klar über 1,30 Dollar. Als im vorigen Jahr das Krisengetümmel Griechenland, Portugal und Irland erfasste, war er noch unter 1,20 Dollar gerutscht. Dieser Tage wird über die Zahlungsfähigkeit Italiens - der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone - spekuliert, und der Euro notiert mit 1,36 Dollar noch rund drei Cent höher als Ende 2010. Zum Vergleich: Der Dax hat angesichts des mangelnden Vertrauens in die Euro-Zone in diesem Jahr rund 1000 Punkte verloren.

Was hält den Kurs der Gemeinschaftswährung so stabil? Händlern in Tokio zufolge könnten asiatische Staatsfonds hinter der Entwicklung stecken. „Wir sind für die Euro-Zone eher pessimistisch gestimmt, aber wir sehen stetige Unterstützung für den Euro aus dem Nahen Osten und von asiatischen Staatsfonds“, erklärte Ankita Dudani, Währungsstrategin bei RBS Global Banking. Möglicherweise tun die europäischen Marktteilnehmer auch nur das, was die US-Anleger nach der Lehman-Krise 2008 taten: sie ziehen all ihr Geld zusammen, horten es und/oder bedienen ausstehende Verpflichtungen. Jens Nordvig, Währungsstratege bei Nomura Securities, hält die Wirkung dieser Kapital-Rückführung aber für begrenzt. Einen echten Zusammenhang zwischen den Kapitalflüssen und dem Kurs sieht er nicht.

Viele Börsianer vermuten, dass es schlicht an Alternativen zum Euro mangelt: „Das liegt daran, dass wir es auf diesem Schönheitswettbewerb mit zwei recht unschönen Währungen zu tun haben“, erklärte Devisenanalyst Mario Mattera vom Bankhaus Metzler. Schließlich stünden die USA mit ihrer eigenen Schuldenkrise nicht viel besser als die Euro-Zone da. Einen gravierenden Unterschied gebe es allerdings: Denn die USA hätten eine Wirtschaftsregierung, um die in der Euro-Zone derzeit noch gefeilscht werde. Dies spreche für den Dollar, der davon bislang aber nicht so stark wie im Vorjahr profitieren konnte. 2010 war der Euro im Sommer bis auf 1,1875 Dollar abgesackt. In diesem Jahr liegt das Tief bei 1,2875 Dollar, das er am 10. Januar erreichte.

Danach setze ein Run auf den Euro ein: Als im Frühjahr der inzwischen pensionierte EZB-Chef Jean-Claude Trichet die Märkte mit einer Straffung der Geldpolitik überraschte, kletterte die Gemeinschaftswährung über 1,49 Dollar. Tatsächlich spielt auch die Geldpolitik eine Rolle in der relativ moderaten Entwicklung. Denn die Leitzinsen liegen hierzulande mit 1,25 Prozent immer noch höher als in den USA, wo sie nahe null Prozent angesiedelt sind.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

10.11.2011, 16:32 Uhr

Man muss schon unterscheiden. Der Euro hat ein Konzeptionsproblem. Der USD wird von Obama und Bernanke bewusst in den Abgrund getrieben. Schon jemals ein Wort von Obama oder Bernanke ueber eine USD-Krise gehoert? Sicherlich nicht und bewusst nicht.

euro

10.11.2011, 17:48 Uhr

Euro zum Dollar bei 1.25 . So bezahlen Sie in Südamerika an der Supermarkkasse 3 Euro für einen Liter Coca Cola .
Finden sie das gut .

Account gelöscht!

10.11.2011, 18:16 Uhr

Wer auch immer diesen Artikel verbrochen hat, er bleibt besser weiter anonym. Er/Sie zeigt einen Mangel an öonomischen Verständnis, der gruselig ist.

Solange die Eurozone Waren und Dienste verkauft, die andere Länder erwerben möchten und dabei von anderen weniger kauft, wird der Wechselkurs stabil sein. Weil die Importeure mit € zahlen müssen und die Exporteure auf den € weiter vertrauen. Der Euro ist eine gute Währung - wenn die Politik den Karren nicht in den Dreck fährt.

Und darauf baut die Wirtschaft noch ...

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