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27.12.2012

12:13 Uhr

Devisen

Euro profitiert von schwächelndem Yen

Japans Währung ist weiter auf Talfahrt, Euro und Dollar erreichen Höchststände. Am Donnerstag wird aber wohl der US-Haushaltsstreit für Kursschwankungen sorgen, prophezeien Händler.

Der Euro profitiert vom schwächelnden Yen. dpa

Der Euro profitiert vom schwächelnden Yen.

FrankfurtDie Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Japan hat den Yen erneut auf Talfahrt geschickt. Gegenüber der europäischen Währung verlor die japanische Devise 0,5 Prozent auf 113,82 Yen, der niedrigste Wert seit dem 8. Juli. Zur US-Währung war der Yen 0,1 Prozent schwächer bei 85,74 Yen. Anleger gehen davon aus, dass unter dem neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe der Druck auf die Notenbank steigt, die lockere Geldpolitik noch einmal deutlich auszuweiten.

Erst am Dienstag hatte Abe seine Forderung erneuert, das Inflationsziel auf zwei von bislang einem Prozent anzuheben. Die Mehrheit der Politiker in der neuen Regierung scheine Abes Forderungen zu unterstützen, hieß es in einem Marktkommentar der US-Investmentbank Brown Brothers Harriman. Der Yen hat in diesem Jahr zum Dollar bereits mehr als elf Prozent an Wert eingebüßt. Experten rechnen, dass die japanische Währung bis auf 90 Yen je Dollar rutschen wird, bevor sich der Trend umkehrt: „Alle unsere Zyklen und Modelle sagen uns, dass etwas im Februar geschehen wird, was die Märkte umdreht“, sagte John Taylor, Gründer der New Yorker Devisenhedgefonds FX Concepts LLC. „Das Jahr wird 'Risk-On' und mit steigenden Aktienmärkten beginnen“, sagte er voraus, „und dann später in Schwierigkeiten geraten.“

Der Schweizer Franken war zum Euro 0,1 Prozent niedriger bei 1,2086 Franken. Gegenüber dem Dollar war die eidgenössische Währung 0,3 Prozent stärker. Ein Dollar kostete 91,07 Rappen.

Der Euro notierte zum Greenback am Donnerstag etwas fester. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,3270 Dollar nach 1,3223 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft vom Mittwoch. Am Donnerstagmorgen stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3242 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7551 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montag auf 1,3218 (Freitag: 1,3209) Dollar fest gesetzt. Der Bund-Future rutschte minimal ins Minus und lag bei 144,69 Punkten.

Im Blick behielten die Anleger vor allem das anhaltende Hick-Hack um den US-Haushalt. Im weiteren Handelsverlauf könnten schon kleinste Schritte im US-Haushaltsstreit zwischen den Demokraten um Präsident Barack Obama und den Republikanern stärkere Kursschwankungen am Devisenmarkt auslösen, hieß es von Händlern. Sollte Obama bis zum Jahreswechsel keine Einigung mit dem Kongress gelingen, treten automatisch massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft. Diese sogenannte Fiskalklippe schreckt die Finanzmärkte, weil sie die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnte.

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