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22.09.2014

17:20 Uhr

Devisen

Euro sinkt auf 14-Monats-Tief

Am Morgen hatte sich der Euro vom jüngsten Tief etwas erholt, doch nun folgt der nächste Rekordtiefstand. Die europäische Gemeinschaftswährung geht mit 1,2821 US-Dollar so schwach wie lange nicht in den Späthandel.

Der Euro in der Klemme: Heute stehen keine Konjunkturdaten als Anschubhilfe des Eurokurses zur Verfügung. dpa

Der Euro in der Klemme: Heute stehen keine Konjunkturdaten als Anschubhilfe des Eurokurses zur Verfügung.

Frankfurt/MainDer Euro ist am Montag auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten gefallen. Am späten Nachmittag erreichte der Kurs der Gemeinschaftswährung 1,2821 US-Dollar und stand damit so tief wie seit Juli 2013 nicht mehr. Zuvor hatte EZB-Chef Mario Draghi die Möglichkeit weiterer Lockerungsschritte angedeutet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2845 Dollar festgesetzt.

Bei einer Anhörung vor dem Europaparlament bekräftigte Draghi die Bereitschaft zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik im Kampf gegen die flaue Konjunktur und die zu niedrige Inflation. Zuletzt war die Konjunkturerholung im Währungsraum ins Stocken geraten. In der vergangenen Woche hatten die Geschäftsbanken der Eurozone überraschend wenig neue Langfristkredite (TLTRO) bei der EZB nachgefragt. Einige Analysten hatten deswegen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik ausgemacht.

Dagegen sieht Bundesbankchef Jens Weidmann in den jüngsten EZB-Beschlüssen eine gefährliche Weichenstellung der Notenbank. Im EZB-Rat habe die Mehrheit signalisiert, „dass die Geldpolitik bereit ist, sehr weit zu gehen und neues Terrain zu betreten“, sagte er dem „Spiegel“. „Es geht nicht mehr nur darum, die Kreditvergabe anzukurbeln, sondern nötigenfalls auch auf direktem Weg Geld in die Wirtschaft zu pumpen“, sagte Weidmann, der ebenfalls Mitglied des EZB-Rats ist.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78660 (0,78650) britische Pfund, 140,09 (139,84) japanische Yen und 1,2069 (1,2067) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1213,50 (Freitag:1219,70) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 29.860,00 (29.990,00) Euro.

Zwischenzeitlich hatte sich die Gemeinschaftswährung noch erholt und verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1,2852 Dollar, nachdem sie im asiatischen Handel in der Nacht bis auf 1,2826 gefallen war.

Die US-Währung hat dagegen in den vergangenen drei Monaten 4,8 Prozent gewonnen gegenüber einem Korb aus zehn Währungen von Industrienationen, belegen die Bloomberg Correlation-Weighted Indexes. Der Euro hat gegenüber dem Währungskorb 1,5 Prozent verloren.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

23.09.2014, 10:51 Uhr

Der freie Fall der Esperantowährung
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Und Draghi will auch gezielt den Euro schwächen. Das ist ihm auch geglückt! Seit April ist der Euro von 1,39Dollar/Euro auf 1,28Dollar/Euro abgestürzt.

Außer LTRO, ABS, OMT, QE, fällt Draghi wohl nichts ein.
Jetzt will er auch unbegrenzt Schrottpapiere aufkaufen und diese in ABS verstecken. ABS gelten als "nukleare Massenvernichtungswaffe".
Aber das stört Draghi nicht, Am Ende haftet ja dafür der Steuerzahler.

Und er will auch die Inflation anheizen. Mindestens 2% sollen es sein.
Im ClubMed lag die Inflation vor der Euroeinführung bei 15% bis 25%. Das war normal.
Aber damals konnten sie ihre Währung noch abwerten, heute sitzen sie in der Eurofalle.

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