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31.01.2013

17:34 Uhr

Devisen

Euro so stark wie seit einem Jahr nicht mehr

Die expansive Geldpolitik der USA belastet den Dollar und stützt den Euro. Analysten sehen für die Gemeinschaftswährung noch Potenzial. Heute schaffte es der Euro fast auf den Kurs von 41,36 Dollar.

Eine 2-Euro Münze. Der Euro liegt nahe seines 14-Monats-Hochs. dpa

Eine 2-Euro Münze. Der Euro liegt nahe seines 14-Monats-Hochs.

FrankfurtDer Euro hat am Donnerstag weiter zugelegt. Die Gemeinschaftswährung stieg am späten Nachmittag auf bis zu 1,3593 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Mitte November 2011. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3550 (Mittwoch: 1,3541) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7380 (0,7385) Euro.

Der Höhenflug des Euro erscheint schier unaufhaltsam. In den vergangenen Wochen gab es kaum Handelstage mit nennenswerten Kursverlusten. Allein im Januar hat die Gemeinschaftswährung zum Dollar fünf Cent an Wert gewonnen. Beobachter erklären die Entwicklung zum einen mit der spürbaren Beruhigung in der europäischen Schuldenkrise.

Auf der anderen Seite neigen viele andere Währungen zur Schwäche. Sowohl der Dollar als auch das Britische Pfund und der Japanische Yen tendieren zurzeit schwach. Beim Dollar und Yen spielt die laxe Geldpolitik der dortigen Notenbanken eine große Rolle, beim Pfund eher die Wachstumsschwäche der Wirtschaft.

Am Donnerstag fiel der Handel zwischen Euro und Dollar indes größtenteils verhalten aus. Fundamentale Impulse gab es nur wenige. Für etwas Bewegung sorgten am Nachmittag Konjunkturdaten aus den USA. Auffällig war ein starker Anstieg der Einkommen privater Haushalte. Er war im Dezember so kräftig wie seit neun Jahren nicht mehr ausgefallen. Bankvolkswirte begründeten die Entwicklung mit der „Fiskalklippe“: Aus Angst vor massiven Steuererhöhungen zur Jahreswende haben offenbar zahlreiche Unternehmen Gehalts- und Dividendenzahlungen vorgezogen.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85700 (0,85830) Pfund, 123,32 (123,55) Yen und 1,2342 (1,2392) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1664,75 (1677,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39 030,00 (38 900,00) Euro.

Kommentare (2)

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nichtssehen_nichtshoeren_nisagen

31.01.2013, 09:52 Uhr

Am 23.01.2013 las ich hier im Handelsblatt-online:

„Der Euro wird massiv abwerten“
http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/hans-redeker-im-interview-der-euro-wird-massiv-abwerten/7670316.html

Liebe Journalisten, was wollt ihr uns eigentlich mitteilen???
Vor einer Woche wird hier angekündigt, das der Euro massiv abwerten wird, heute lese ich hier von einem „intakten Aufwärtstrend“ des Euro.
Was jetzt, fragt sich der völlig verwirrte Leser?
Oder hat das System, den Leser so lange zu verwirren, bis er tatsächlich glaubt, die Banken-, Staatsschulden- und Privatschuldenkrise sei überwunden?
Das ist wie mit den Millionen Tonnen von Rohöl, die monatelang unkontrolliert in den Golf von Mexiko geflossen sind. Eine Ölpest von unbekanntem Ausmaß. Und kurz danach war das Öl auf einmal fast völlständig verschwunden, Bakterien hatten es laut Medienberichten angeblich „gefressen“. Muahahaha, wenn man sich mal den Grund im Golf von Mexiko anschaut, dann sieht man wo dass Rohöl abgeblieben ist. Alles mit Ölschlacke versifft und zerstört, aber sieht ja keiner. Alles schön unter den Teppich kehren, bis mal jemand vorbeikommt und diesen wegzieht. Dann kommen die ganzen Schweinereien ans Tageslicht und die Empörung ist groß. Vorher will es aber keiner gewußt und gesehen haben, man stellt sich dann völlig ahnungslos und überrascht (siehe z. Bsp. Schäuble und Griechenlandrettung!).

Lungomolch

31.01.2013, 22:35 Uhr

Der Euro steigt gegenüber dem Dollar, weil sich die Angst vor dem Zerbrechen der Euro-Zone aufgelöst hat. Fundamental gibt es aber keinen Grund dafür, denn die Euro-Zone ist höher verschuldet, hat schlechtere Wirtschaftsaussichten und eine höhere Arbeitslosigkeit. Das grundlegende Euro-Problem ist nach wie vor ungelöst: Er ist zu stark für die Südländer und zu schwach für die Nordländer.

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