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25.04.2012

15:33 Uhr

Devisen

Euro springt auf Drei-Wochen-Hoch

Die Unternehmen legen gute Zahlen vor und die Fed bleibt bei der Niedrigzinspolitik. Vieles spricht heute für den Euro - und Anleger greifen bei der Gemeinschaftswährung zu.

Bei Anlegern begehrt: der Euro. dpa

Bei Anlegern begehrt: der Euro.

FrankfurtDer Euro ist am Mittwoch bis auf 1,3235 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit drei Wochen gestiegen. Rückenwind erhielt die Gemeinschaftswährung von sinkenden Anleiherenditen der hochverschuldeten Euroländer, soliden Unternehmensbilanzen sowie der Erwartung, dass die US-Notenbank Fed ihre Null-Zins-Politik noch lange beibehalten wird.

Generell waren Investoren angesichts der Haushaltsprobleme und der politischen Unsicherheiten in einigen Euroländern weiter sehr angespannt. Aber der Hauptfokus lag zumindest für diesen einen Tag auf der Fed. „Keiner hat eine klare Idee, welche Aussagen tatsächlich kommen könnten, und von daher ist die Nervosität ziemlich hoch“, sagte ein Händler. „Gut wäre es, wenn man zumindest etwas mehr Klarheit zu QE3 bekäme.“

Einig waren sich Analysten in der Einschätzung, dass wohl ein Festhalten an der Niedrigzinspolitik bis Ende 2014 bekräftigt wird. Und viele gingen davon aus, dass sich die Fed die Tür für ein neues Anleihenkaufprogramm (QE3) offen halten aber sich noch nicht dafür oder dagegen entscheiden wird.

Der Dollar notierte zu einem Korb aus sechs Währungen auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen. Sollte sich die Fed zuversichtlicher zu den Wirtschaftsperspektiven der weltgrößten Volkswirtschaft äußern, könnte das dem Dollar allerdings wieder ordentlich Rückenwind geben, hieß es von Analysten.

Der Euro profitierte Händlern zufolge auch von der positiv gewerteten Wachstumsprognose der Bundesregierung sowie von der Aufforderung des Bundes an die Europäische Zentralbank, von der lockeren Geldpolitik abzukehren. Außerdem hellten positiv aufgenommene Unternehmensbilanzen von Konzernen wie Apple oder Ericsson die Stimmung auf.

Nachhall fanden am Markt noch die am Vortag als erfolgreich gewerteten Versteigerungen niederländischer, französischer und italienischer Anleihen. Dadurch sei spürbar Druck aus dem angespannten Markt genommen worden, hieß es von Händlern. Die Renditen italienischer zehnjähriger Anleihen fielen auf 5,65 (Vortag: 5,68) Prozent. Die ebenfalls nach wie vor kritisch gesehenen spanischen Anleihen rentierten mit 5,8 (5,9) Prozent.

Nach einer schwachen Resonanz auf die Versteigerung 30-jähriger Bundesanleihen am Mittwoch ist das Interesse am richtungsweisenden Bund-Future dagegen abgeflacht. Der Kontrakt fiel in der Spitze um 43 Ticks auf 140,19 Zähler. Der Bund hat mit der Auktion 2,4 Milliarden Euro eingenommen, verzinst werden die Papiere mit historisch niedrigen 2,5 Prozent . Angeboten worden waren drei Milliarden Euro. „Optisch ist das natürlich ein negatives Auktionsergebnis“, sagte ein Händler.

Der Anreiz für Investoren, an Auktionen teilzunehmen sei aber eher gering, da der Markt sehr liquide sei. Somit könnten sich Anleger immer langlaufende Bundesanleihen ins Depot legen, sagte der Handler. „Von daher ist das nicht überzubewerten.“ Am Markt rentierten 30-jährige Bundesanleihen mit 2,44 Prozent.

Von

dpa

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