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30.05.2013

17:10 Uhr

Devisen

Euro springt über 1,30 US-Dollar

Überaschende Nachrichten für Devisenanleger: Die Wirtschaftsprognose für Europa ist doch nicht so schlecht wie gedacht. Der Kurs der Gemeinschaftswährung legt zu.

Euro legt zum Dollar zu. dpa

Euro legt zum Dollar zu.

FrankfurtÜberraschend gute Konjunkturdaten aus der Eurozone und enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA haben den Euro am Donnerstag deutlich über 1,30 US-Dollar getrieben. Im Nachmittagshandel stieg die Gemeinschaftswährung in der Spitze bis auf 1,3061 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit fast drei Wochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,2944 (Mittwoch: 1,2952) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7726 (0,7721) Euro.

In der Eurozone hatte sich die Wirtschaftsstimmung nach einigen Rückschlägen wieder aufgehellt. Besonders deutlich verbesserte sich die Stimmung in Euro-Krisenländern wie Griechenland, Italien oder Portugal. Am späten Vormittag gab es für den Euro zusätzlich Rückenwind durch eine erfolgreiche Auktion von Staatsanleihen in Italien. Trotz eines leichten Anstiegs der Zinssätze konnte sich das Euro-Krisenland zu vergleichbar günstigen Konditionen frisches Geld am Finanzmarkt beschaffen.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Kräftigen Auftrieb für den Euro gab es am Nachmittag auch von enttäuschenden US-Konjunkturdaten. Die Regierung in Washington hatte das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal leicht nach unten revidiert. Außerdem gab es zuletzt mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet. Bereits am Vortag hatten Aussagen führender Notenbanker dem Euro Auftrieb verliehen. In der Europäischen Zentralbank scheint sich demnach die Einschätzung durchzusetzen, dass eine weitere geldpolitische Lockerung im Kampf gegen die Folgen der Euro-Schuldenkrise vorerst nicht notwendig sei.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85570 (0,85695) britische Pfund, 131,70 (130,90) japanische Yen und 1,2487 (1,2480) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1413,50 (Vortag: 1382,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33 950,00 (33 950,00) Euro.

Von

dpa

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