Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.10.2012

15:45 Uhr

Devisen

Euro steigt auf Monatshoch

Die Anleger haben bei spanischen Anleihen wieder zugegriffen und die Rendite nach unten gedrückt. Das beflügelte den Euro. Dem Kurs kam auch zugute, dass Moody's Spaniens Kreditwürdigkeit bestätigte.

Die mögliche Lösung der spanischen Finanzprobleme lässt den Euro-Kurs klettern. dpa

Die mögliche Lösung der spanischen Finanzprobleme lässt den Euro-Kurs klettern.

FrankfurtDer vorläufige Verzicht der US-Ratingagentur Moody's auf eine weitere Senkung der Bonität Spaniens hat am Mittwoch an den Renten- und Devisenmärkten für Entspannung gesorgt. Der Euro kletterte um ein Viertel US-Cent auf 1,3135 Dollar. Damit notierte die Gemeinschaftswährung so hoch wie zuletzt vor einem Monat.

Bei den spanischen Staatsanleihen griffen die Anleger wieder beherzt zu, so dass die Rendite der zehnjährigen Papiere auf 5,53 Prozent von 5,81 Prozent am Vorabend rutschte und damit so niedrig wie zuletzt im April lag. Auch die Renditen der italienischen Staatsanleihen gaben auf 4,81 (4,94) Prozent nach.

„Die Anleger sind wieder bereit, ein Risiko einzugehen“, sagte ein Börsianer. Moody's hatte Spaniens Kreditwürdigkeit mit „Baa3“ bestätigt. Vielfach war mit Abstufung auf Ramschniveau gerechnet worden. Allerdings setzte die Agentur ihren Ausblick auf „negativ“.

Moody's-Analystin Kathrin Mühlbronner warnte in einem Reuters-Interview, dass der Ramschstatus für Spanien unvermeidlich wäre, wenn das Land von den Kapitalmärkten abgeschnitten wäre. „Das Rating der Iberer bleibt abhängig sowohl von den Fortschritten bei der Stabilisierung der Staatsfinanzen, als auch von der Umsetzung der Brüsseler Pläne fiskalische, ökonomische und regulatorische Institutionen zu reformieren“, fassten die Analysten der Metzler Bank zusammen.

Sollte Spanien unter den ESM-Rettungsfonds schlüpfen, könnte die EZB ihr Anleihe-Kaufprogram OMT starten und damit die Renditen der spanischen Anleihen und so die Kosten für die Refinanzierung weiter drücken. Die meisten Börsianer rechnen mi t einem spanischen Hilfsantrag im November. Doch könnte schon am Donnerstag der ein oder andere Anleger enttäuscht reagieren, wenn die Spanier beim EU-Gipfel keine Signale für einen Hilfsantrag geben.

Derweil nahm der Bund bei der Auktion zweijähriger Schatzanweisungen 4,2 Milliarden Euro ein, wobei die Rendite leicht anzog. Ansonsten standen deutsche Staatspapiere am Mittwoch weniger hoch im Kurs. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg auf 1,61 Prozent von 1,55 Prozent am Vorabend. Der Bund-Future fiel um 72 Ticks auf 140,05 Punkte.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.10.2012, 10:13 Uhr

Gönnt dem EURO seine letzten kurzfristigen Erfolge.
Er ist auf lange Sicht ein totgeborenes Kind.
Die deutsche Regierung hat diese EURO-Krise mitzuverantworten. Auch arbeitet sie seit Jahren auf allen innenpolitischen Ebenen, sei es Gesundheit-, Sozial- u. Wirtschaftssystem nur äußerst schlampig. Nicht nur das Gesundheitssystem gleitet in eine Zweiklassengesellschaft ab, sondern diese Zweiklassengesellschaft wird auch beim Altersruhegeld durch Aufteilung in Renten und Pensionen weiterhin aufrechterhalten. Seit Jahrzehnten erfolgt keine gemeinnützige Anpassung. Durch Beibehaltung und künstliche Stützung des EURO durch Milliardenschuldenpolitik wird auch die Chance auf Änderung vertan, da am Ende die finanziellen Mittel vollständig aufgebraucht sind.

Account gelöscht!

17.10.2012, 11:46 Uhr

"Die Aussicht auf eine baldige Lösung der spanischen Finanzprobleme hat dem Euro am Mittwoch Rückenwind gegeben."

Von was für einer Lösung ist hier die Rede? Es ist auf politischer Ebene nicht einmal der Ansatz einer Lösung in Sicht. Es wird mit nicht vorhandenem Geld entgegen aller Maastricht-Kriterien Zeit gekauft, nicht mehr und nicht weniger.

robbery

17.10.2012, 12:28 Uhr

aben Sie sich vielleicht mal überlegt, dass ale innenpoliischen Probleme auf Schuldenpolitik basieren?Und das sin Schulden in DM. Erst mit dem Euro sind diese Fehler offen geworden. Wenn Sie denken, dass ein weiter so wie früher besser wäre, dann haben Sie recht. Schulden die zurückgezahlt werden sind fester Bestandteil unseres Lebens, siehe Hauskauf. Und wenn Sie keine heterogene Gesellschft wollen sondern die Neidgesellschaft dann suchen Sie sich lieber eine kommunistische.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×