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11.02.2016

18:15 Uhr

Devisen

Euro steigt über 1,13 Dollar

In turbulenten Zeiten suchen Anleger nach sicheren Häfen. Einer davon ist der Euro. Die Gemeinschaftswährung stieg auf den höchsten Stand seit Oktober. Doch Portugals neue Linksregierung verunsichert Anleger.

Die europäische Gemeinschaftswährung verteuert sich. Reuters

Euro im Fokus

Die europäische Gemeinschaftswährung verteuert sich.

Frankfurt am MainDer Euro ist am Donnerstag über 1,13 US-Dollar gestiegen und erreichte bei 1,1368 Dollar den höchsten Stand seit vergangenen Oktober. Erneut trieben starke Kursverluste an den Aktienmärkten die Anleger in als sicher empfundene Anlagehäfen, hierzu wird derzeit auch der Euro gezählt. Bis zum Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung wieder ein Stück weit zurück und stand zuletzt bei 1,1328 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1347 (Mittwoch: 1,1257) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8813 (0,8883) Euro.

Mit den Börsenturbulenzen und den Sorgen um die Weltwirtschaft fallen die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank ins Bodenlose. An den Finanzmärkten wird nach der ersten Zinserhöhung in den USA Ende 2015 die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im laufenden Jahr nur noch bei etwa 10 Prozent gesehen. Mittlerweile wird sogar einer Zinssenkung fast durchgehend eine höhere Wahrscheinlichkeit beigemessen. Die Aussicht auf weiter niedrige Zinsen in den USA belastet den Dollar.

Die allgemeine Suche nach sicheren Anlagehäfen gab dem Euro Auftrieb, obwohl sich die Lage am Markt für Staatsanleihen aus der Eurozone im Handelsverlauf spürbar verschärfte. Vor allem ein rasanter Anstieg der Renditen für Staatspapiere aus Portugal erinnerte ein Stück weit an die Hochphase der Euro-Schuldenkrise. Dadurch wird für Portugal die Aufnahme neuer Schulden in der Zukunft teurer. Zeitweise stieg die Rendite für zehnjährige portugiesische Anleihen auf 4,5 Prozent. Zu Beginn des Jahres hatte der Zinssatz im freien Handel nur bei etwa 2,5 Prozent gelegen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen liegt derzeit bei knapp über null Prozent.

Ein wesentlicher Grund für die wachsende Skepsis der Anleger ist die Politik der neuen Linksregierung Portugals. Diese will einen Teil der Wirtschaftsreformen der konservativen Vorgängerregierung rückgängig machen, Ausgabenkürzungen zurückzunehmen und Staatsausgaben erhöhen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78740 (0,77328) britische Pfund, 127,30 (129,42) japanische Yen und 1,1027 (1,0960) Schweizer Franken fest. Ein Kilogramm Gold kostete 34 180,00 (33 270,00) Euro. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1241,00 (1190,00) Dollar gefixt.

Von

dpa

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