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24.10.2013

18:10 Uhr

Devisen

Euro steigt über 1,38 US-Dollar

Der Euro bleibt auf einem hohen Niveau. Dafür sorgen nicht zuletzt Spekulationen über eine anhaltend lockere Geldpolitik der USA. Der Shut-down hat wahrscheinlich das US-Wachstum belastet.

Die Devisenhändler sind zurückhaltend. Deswegen hat sich der Euro-Kurs in Tokio kaum bewegt. dpa

Die Devisenhändler sind zurückhaltend. Deswegen hat sich der Euro-Kurs in Tokio kaum bewegt.

Tokio/ FrankfurtDer Höhenflug des Euro hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Erstmals seit fast zwei Jahren stieg die Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,38 US-Dollar. Selbst schwache Konjunkturdaten konnten den Aufwärtstrend nicht stoppen. In der Spitze kostete ein Euro 1,3825 Dollar, am späten Nachmittag waren es noch etwas mehr als 1,38 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3805 (Mittwoch: 1,3752) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7244 (0,7272) Euro.

Der Euro gewinnt schon seit Wochen stetig an Wert, nicht nur zum amerikanischen Dollar. Auch zu anderen Währungen wie dem japanischen Yen oder dem britischen Pfund zeigt der Trend nach oben. Beobachter nennen dafür zwei Hauptgründe:

Zum einen nimmt das Vertrauen der Investoren in den Euroraum wieder zu, weil sich die Konjunktur stabilisiert und angeschlagene Länder wie Spanien Fortschritte in der Krisenbewältigung vorweisen können. Zum anderen sorgt die Geldpolitik anderer großer Notenbanken, die mitunter noch lockerer als die der EZB ist, für Abwertungsdruck bei den jeweiligen Währungen.

Dollar, Euro, Pfund - die Weltwährungen im Vergleich

1999

Anteil an weltweiten Währungsreserven:

Dollar: 66,4 Prozent
Euro: 22 Prozent
Yen: 7,1 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige*: 1,5 Prozent

*exklusive Schweizer Franken

Quelle: EZB, Juli 2013

2000

Dollar: 66,6 Prozent
Euro: 23,6 Prozent
Yen: 7,3 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,4 Prozent

2001

Dollar: 63,5 Prozent
Euro: 25,5 Prozent
Yen: 6,8 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,1 Prozent

2002

Dollar: 62,1 Prozent
Euro: 27,7 Prozent
Yen: 5,5 Prozent
Pfund: 2,6 Prozent
Sonstige: 1,4 Prozent

2003

Dollar: 64,7 Prozent
Euro: 25,8 Prozent
Yen: 4,8 Prozent
Pfund: 2,5 Prozent
Sonstige: 1,9 Prozent

2004

Dollar: 66,3 Prozent
Euro: 24,2 Prozent
Yen: 4,6 Prozent
Pfund: 2,8 Prozent
Sonstige: 1,9 Prozent

2005

Dollar: 64,3 Prozent
Euro: 25,9 Prozent
Yen: 3,2 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,7 Prozent

2006

Dollar: 65,1 Prozent
Euro: 25 Prozent
Yen: 4,2 Prozent
Pfund: 3,6 Prozent
Sonstige: 1,8 Prozent

2007

Dollar: 65,9 Prozent
Euro: 24,2 Prozent
Yen: 3,9 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,9 Prozent

2008

Dollar: 64,6 Prozent
Euro: 25,2 Prozent
Yen: 3,3 Prozent
Pfund: 4,5 Prozent
Sonstige: 2,2 Prozent

2009

Dollar: 63,4 Prozent
Euro: 25,9 Prozent
Yen: 3,2 Prozent
Pfund: 4,3 Prozent
Sonstige: 3,1 Prozent

2010

Dollar: 62,1 Prozent
Euro: 25,8 Prozent
Yen: 3,5 Prozent
Pfund: 4,1 Prozent
Sonstige: 4,5 Prozent

2011

Dollar: 62,2 Prozent
Euro: 25,1 Prozent
Yen: 3,2 Prozent
Pfund: 4 Prozent
Sonstige: 5,4 Prozent

2012

Dollar: 61,9 Prozent
Euro: 23,9 Prozent
Yen: 3,9 Prozent
Pfund: 4 Prozent
Sonstige: 6,1 Prozent

Schwache Konjunkturdaten scheinen in diesem Umfeld eine untergeordnete Rolle zu spielen. So gab der stark beachtete Einkaufsmanagerindex, eine Umfrage unter europäischen Unternehmensentscheidern, am Donnerstag erstmals seit gut einem halben Jahr nach. Der Euro wurde davon aber nur kurzzeitig belastet. Auch Bankvolkswirte wollten die Stimmungseintrübung nicht überbewerten, weil der Indikator immer noch Wirtschaftswachstum signalisiert. Auf einen starken Konjunkturaufschwung deutet die Umfrage indes nicht hin.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85370 (0,85160) britische Pfund, 134,32 (133,95) japanische Yen und 1,2303 (1,2307) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1344,75 (1331,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 640,00 (30 620,00) Euro.

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