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05.04.2012

16:05 Uhr

Devisen

Euro-Tief bedrängt Schweizer Nationalbank

Der Euro rutschte erstmals unter die festgelegte Grenze von 1,20 Franken auf ein Sieben-Monats-Tief. Die Schweizer Nationalbank SNB kündigte an, den Mindestkurs weiter durch Devisenkäufe zu verteidigen.

Der Euro sank auch gegenüber dem Dollar. dpa

Der Euro sank auch gegenüber dem Dollar.

FrankfurtEin Angriff auf die Euro-Kursuntergrenze hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) kurz vor den Osterfeiertagen ins Schwitzen gebracht. Im Sog aufflammender Sorgen um Spanien rutschte die Gemeinschaftswährung am Gründonnerstag erstmals unter die von den Währungshütern festgelegte Untergrenze von 1,20 Franken. Vorübergehend sackte der Euro auf ein Siebenmonatstief von 1,1990 Franken ab, bevor sich die Kurse auf Werte um 1,2020 Franken erholten.

Die SNB bekräftigte umgehend ihren Willen, den Mindestkurs verteidigen zu wollen. „Wir sind weiterhin bereit, Fremdwährungen in unbegrenzter Höhe zu kaufen, um dieses Niveau zu verteidigen“, sagte ein Sprecher der Notenbank. Ob die SNB im Markt sei und Euro kaufe, wie dies Devisenhändler sagten, wollte er nicht kommentieren.

Die Notenbank hatte am 6. September den Mindestkurs für die Hauptexportwährung festgelegt, nachdem der Euro wegen der Schuldenkrise zum Franken fast die Parität erreicht hatte. Die SNB begründete das mit der Deflations- und Rezessionsgefahr durch einen überbewerteten Franken und nach ihrer Einschätzung zeigte die Kursuntergrenze Wirkung und hat die Wirtschaft des Landes stabilisiert. Die SNB hält dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent für erreichbar.

„Die enttäuschende Auktion spanischer Staatsanleihen hat die Leute wieder verunsichert“, sagte ein Händler. „Das dürften manche Marktteilnehmer zum Anlass genommen haben, die SNB zu testen.“ Nicht der Franken werte auf, sondern der Euro sei schwach, sagte ein anderer Händler: „Auslöser dürften die Probleme Spaniens sein.“ Der Euro büßte deshalb auch zum Dollar an Wert ein. Das Mittelmeerland hatte am Mittwoch bei einer Auktion mit einer geringeren Nachfrage zu kämpfen. Am Markt wird befürchtet, dass Spanien seine Haushaltsziele nicht erreichen kann.

Marktteilnehmer schließen nicht aus, dass die neu angefachten Krisenängste die SNB zu einem beherzten Eingreifen zwingen könnten. Bisher habe die Drohung der SNB ausgereicht, ein Abrutschen des Euro zu verhindern, sagte Richard Wiltshire, Chef-Devisenhändler beim Broker ETX Capital in London. Sobald sich die Gemeinschafswährung in Richtung 1,20 Franken bewegt habe, sei sie gekauft worden in der Überzeugung, dass die Schweizer Währungshüter eingreifen würden. „Falls diese Stimmungslage endet, könnten die Marktkräfte diktieren, dass sie sich engagieren“, sagte Wiltshire.

Von

rtr

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