Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.05.2012

09:54 Uhr

Devisen

Euro unter 1,30 US-Dollar

In Griechenland fehlt eine Regierung und in Spanien stehen die Banken unter Druck. Darum kratzt der Euro weiter an der Marke von 1,30 Dollar.

Wohin steuert Athen? Die Devisenhändler schauen besorgt nach Griechenland. dpa

Wohin steuert Athen? Die Devisenhändler schauen besorgt nach Griechenland.

FrankfurtDie wieder verschärften Sorgen um das hoch verschuldete Spanien und Griechenland haben den Euro fest im Griff. Die Gemeinschaftswährung notierte am Donnerstag mit 1,2961 Dollar weiter spürbar unter der Marke von 1,30 Dollar. Am Vortag war der Euro mit 1,2910 Dollar auf den tiefsten Stand seit Ende Januar gefallen.

Das griechische Wahlergebnis und die Probleme bei der Regierungsbildung machten klar, wie hilflos die europäische Strategie letztlich sei, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar. „Auf der einen Seite will man mit Hilfen Ansteckungseffekte vermeiden. Auf der anderen Seite sollen die Krisenländer die notwendigen Reformen vorantreiben. Die Tatsache, dass es sich letztlich um souveräne Staaten handelt, wurde dabei aber bisher geflissentlich nicht thematisiert.“

Nach der Wahl am Sonntag ist inzwischen auch das sparkritische Linksbündnis in Athen mit der Regierungsbildung gescheitert, Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher. Damit ist weiterhin unklar, ob das Land seine Sparzusagen an seine internationalen Geldgeber einhält oder mit einer Abkehr von seinen Verpflichtungen seine Euro-Mitgliedschaft riskiert.

Auch Spanien sorgt weiterhin für Nervosität: Die EU-Kommission befürchtet, dass der unter einer Rezession, hoher Arbeitslosigkeit und einer geplatzten Immobilienblase leidende Staat ohne Kursschwenk seine Sparziele dieses und nächstes Jahr verfehlen wird.

An den Rentenmärkten zogen die Renditen der zehnjährigen spanischen Anleihen erneut an und lagen in der Spitze bei 6,264 Prozent. Ihre italienischen Pendants rentierten mit 5,783 Prozent ebenfalls in Reichweite der kritischen Sechs-Prozent-Marke - ein Niveau, dass sich die klammen Staaten auf Dauer nicht leisten können.

Zum Vergleich: Die gern als sicherer Hafen angesteuerten Bundesanleihen warfen am Donnerstag 1,536 Prozent ab und markierten damit erneut ein historisches Tief. Die Sicherheit der Bundespapiere war weniger gefragt, nachdem der Euro-Rettungsschirm EFSF die Auszahlung von 5,2 Mrd. Euro an Griechenland bis Ende Juni bestätigte und bereits heute 4,2 Mrd. Euro zur Verfügung stellen wird. Die Gelder sind für die Bedienung von Schulden gedacht.

Die Rendite zehnjähriger Bundespapiere lag zuletzt drei Basispunkte höher bei 1,54 Prozent. Am Mittwoch war die Rendite bis auf ein beispielloses Allzeittief von zeitweise unter 1,50 Prozent gesunken. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um 35 Basispunkte auf 142,45 Prozent.

Bonds aus Frankreich rentierten nach Konjunkturdaten zwei Basispunkte tiefer bei 2,82 Prozent. Die Industrieproduktion war im März gegenüber dem Vormonat stärker gesunken als erwartet.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse etwas gesunken. Die Rendite zehnjähriger Treasuries lag zuletzt einen Basispunkt höher bei 1,835 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×