Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2013

19:28 Uhr

Devisen

Euro weiter über 1,33 Dollar

Der Euro steht unverändert gut da und notiert knapp über der Marke von 1,33 Dollar. Das liegt auch an der Verteidigung der Anleihekäufe durch die EZB vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Dollar legt zum Yen wieder zu.

Nahaufnahme einer Zwei-Euro-Münze. Die Gemeinschaftswährung notiert nah am höchsten Stand seit Februar. dpa

Nahaufnahme einer Zwei-Euro-Münze. Die Gemeinschaftswährung notiert nah am höchsten Stand seit Februar.

TokioDer Euro ist am Mittwoch um die Marke von 1,33 US-Dollar geschwankt. Die Verhandlung über die Euro-Rettungspolitik vor dem Bundesverfassungsgericht beeindruckt Anleger offenbar wenig. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung leicht im Plus bei 1,3318 Dollar. Ihr Tagestief erreichte sie zuvor bei 1,3266 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3277 (Dienstag: 1,3273) Dollar festgesetzt.

Auch der zweite Verhandlungstag in Karlsruhe brachte Investoren nicht aus der Ruhe. Das Gericht prüft, ob Staatsanleihenkäufe der EZB grundgesetzwidrig sind, weil sie ein Risiko für die Steuerzahler darstellen und vom Mandat der Notenbank womöglich nicht gedeckt sind. „Der Devisenmarkt scheint tiefenentspannt“, kommentierte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Sorgen, die Richter könnten das äußerst wirksame Versprechen notfalls unbegrenzter Anleihekäufe der EZB stoppen, kämen trotz durchaus vorhandener rechtlicher Risiken nicht auf.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Für Holger Sandte, Europa-Chefvolkswirt von Nordea, zeigt das Verfahren, dass die Währungsunion nach wie vor auf wackligem Fundament steht. Wenn im 15. Jahr des Bestehens noch geklärt werden müsse, was eine Zentralbank darf und was nicht, während mit Griechenland zugleich ein Mitglied auf Entwicklungsland-Niveau zurückfalle, dann sei die Lage weiterhin kritisch. Einen Lichtblick für die kriselnde Eurozone lieferten jedoch neue Daten zur Industrieproduktion: Das Statistikamt Eurostat meldete den dritten Anstieg zum Vormonat in Folge. Experten hatten mit Stagnation gerechnet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84825 (0,85390) britische Pfund, 128,30 (128,60) japanische Yen und 1,2323 (1,2305) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1382,75 (1374,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 32 770,00 (32 580,00) Euro.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.06.2013, 12:25 Uhr

Wie lange läßt man die europäischen Staatslenker die wirtschaftliche und soziale Zerstörung Europas durch ihre diktierten EURO-Rettungsmaßnahmen noch vorantreiben.
Wieviel schlimmer muss es noch kommen, bis zum Abschaffen
der Währung, die Europa in Schutt und Asche gefangen hält.

WEITSEHER

12.06.2013, 23:55 Uhr

Der EURO hält Europa in Schutt und Asche gefangen und ist zudem durch unbegrenzte Anleihekäufe künstlich überbewertet, was Gift gür die PIGS-Staaten ist. Dieser MARIO wird noch die Rache der Relität erleben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×