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29.06.2017

16:57 Uhr

Devisen

Eurokurs steigt auf höchsten Stand seit 13 Monaten

Der Euro steht so hoch wie seit dem Brexit-Votum nicht mehr. Im frühen Handel klettert die Gemeinschaftswährung auf über 1,14 US-Dollar. Auslöser waren Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi.

Mario Draghis widersprüchliche Äußerungen haben die Währung nach oben befördert. dpa

Euro legt gegenüber Dollar zu

Mario Draghis widersprüchliche Äußerungen haben die Währung nach oben befördert.

FrankfurtDer Euro hat am Donnerstag seinen Höhenflug fortgesetzt und ist auf den höchsten Stand seit gut 13 Monaten gestiegen. Zwischenzeitlich legte der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,1435 US-Dollar zu. Dies war der höchste Wert seit Mai 2016. Am Nachmittag fiel der Euro leicht zurück und wurde mit 1,1412 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,1413 (Mittwoch: 1,1375) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8762 (0,8791) Euro.

Seit Dienstagmorgen hat der Euro zum Dollar inzwischen rund zwei Cent zugelegt. Auslöser waren Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die nach Einschätzung vieler Anleger auf eine weniger lockere Geldpolitik schließen lassen. Gestützt wurde diese Erwartung durch Verbraucherpreise aus Deutschland und Frankreich. In beiden Ländern fiel die Inflationsrate im Juni höher als erwartet aus.

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Am zweiten Tag in Folge stellt der Euro ein Zwölfmonatshoch auf und legt im Vergleich zum US-Dollar mehr als zwei Cent seit Wochenbeginn zu. Auslöser ist eine Rede von EZB-Chef Draghi – und dann auch wieder nicht.

Die von der EZB besonders beachteten Inflationszahlen für den gesamten Euroraum werden am Freitag veröffentlicht. Insbesondere ein Anstieg der Kerninflationsrate (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) könnten laut Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Spekulationen auf eine straffere EZB-Politik bestätigen.

Zu allen wichtigen Währungen erneut zugelegt hat das britische Pfund. Am Mittwoch hatte Großbritanniens Notenbankchef Mark Carney ebenfalls Signale für eine geldpolitische Trendwende gegeben. Eine Rückführung der sehr lockeren Geldpolitik könnte notwendig werden, sagte Carney.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87990 (0,88525) britische Pfund, 128,59 (127,53) japanische Yen und 1,0935 (1,0913) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1243,50 (1248,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35 075,00 (35 512,00) Euro.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

29.06.2017, 09:32 Uhr

Wie von Herrn Trump befohlen steigt das Geld der europäischen Pleiteländer.

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