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15.12.2011

09:40 Uhr

Devisen-Experte Redeker

„Die Flucht aus dem Euro hat begonnen“

VonLaura de la Motte

Hans Redeker, Chef-Devisenstratege bei Morgan Stanley, sagt dem Euro eine schwere Zukunft voraus. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt er, warum der Euro schon bald nur noch 1,20 Dollar kosten wird.

Hans Redeker ist bei der amerikanischen Bank Morgan Stanley Global Head of Foreign Exchange Strategy. Pressebild

Hans Redeker ist bei der amerikanischen Bank Morgan Stanley Global Head of Foreign Exchange Strategy.

FrankfurtHandelsblatt: In den letzten zehn Tagen ist der Euro um fünf Cent auf unter 1,30 Dollar gesunken. Woher kommt der plötzliche Wertverfall?

Hans Redeker: Das liegt daran, dass die Europäische Zentralbank in der letzten Woche zum zweiten Mal in Folge den Leitzins gesenkt hat. Das wird nicht der letzte Schritt sein. Denn die europäischen Staaten und Banken haben einen erheblichen Refinanzierungsbedarf.

Die Refinanzierungssorgen sind nicht neu. Warum hat sich der Euro in der Krise so lange stabil gehalten?

Eine Reihe von Sonderfaktoren hat zunächst für Zuflüsse in den Euro gesorgt und so die Währung gestützt: Bis zum Spätsommer gab es zum Beispiel starke Euro-Käufe durch die Zentralbanken. Die sind inzwischen zum Stillstand gekommen. Daneben haben Banken Geschäfte im Ausland zurückgefahren und dadurch Euro repatriiert, also zurückgeholt. Auch dieser Prozess hat sich sehr verlangsamt.

Bisher parkten Investoren ihr Geld in Krisenzeiten in langlaufenden Bundesanleihen oder Gold. Doch in den letzten Monaten sehen wir hier fallende Kurse. Wohin fließt das Geld?

Wir sind in eine neue Phase der extremen Risikoaversion getreten. Deswegen trennen sich Investoren von langlaufenden Anleihen, Aktien und sogar von Gold und stecken das Geld in kurzlaufende festverzinste Papiere, bei denen der Investitionszeitraum überschaubar ist. Weil die Nachfrage nach diesen Geldmarktpapieren so groß ist, sahen wir zuletzt sogar negative Renditen. Alternativ legen Investoren ihr Geld zum Beispiel in Dollar an. Wir beobachten derzeit eine Flucht aus dem Euro. Deswegen sinkt der Euro-Dollar-Kurs, aber auch der Kurs des Euros gegenüber vielen anderen Währungen.

Warum gerade Dollar? Dort sind die Zinsen doch niedriger und die Amerikaner haben ihr eigenes Verschuldungsproblem.

Der Dollar hat die größte Liquidität. Über 50 Währungen sind an ihn gekoppelt. Letztlich repräsentiert der Dollar den größten homogenen Kapitalmarkt der Welt.

Wie lange wird die Flucht in den Dollar anhalten?

Das wird sich bis ins vierte Quartal 2012 fortsetzen. Spätestens im Sommer liegt der Euro bei 1,20 Dollar.

Kommentare (43)

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europeus

15.12.2011, 10:02 Uhr

Das ist alles Kaffeesatzleserei...und es b estätigt eines, der Dollarraum und dessen Institutionen führen einen gnadenlosen Kampf -auch medial- gegen den Euroraum.

Jan

15.12.2011, 10:11 Uhr

Der Euro ist ein geplantes ! Zerfallskonstrukt.
Erst ein Problem generieren, dann die Lösung anbieten....

Jan

15.12.2011, 10:11 Uhr

Der Euro ist ein geplantes ! Zerfallskonstrukt.
Erst ein Problem generieren, dann die Lösung anbieten....

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