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21.02.2013

09:22 Uhr

Devisen

Fed-Protokoll lässt Euro-Kurs fallen

Aus einem Protokoll der US-Notenbank geht hervor, dass einige Mitglieder das US-Anleihekaufprogramm früher beenden wollen als gedacht. Das würde den Dollar stärken. Anleger lassen den Euro fallen.

Euro und Dollar. Das Fed-Protokoll belastet den Euro. dpa

Euro und Dollar. Das Fed-Protokoll belastet den Euro.

SydneyDer Euro hat seine Talfahrt vom Vortag weiter fortgesetzt. Am Donnerstagmorgen erreichte die Gemeinschaftswährung bei 1,3234 US-Dollar den tiefsten Stand seit Mitte Januar. Im frühen Handel erholte sich die Gemeinschaftswährung etwas und stand zuletzt bei 1,3262 Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro-Referenzkurs auf 1,3370 (Dienstag: 1,3349) Dollar festgesetzt.

Auslöser für die starke Kursbewegung am Devisenmarkt war das Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank (Fed), das am späten Mittwochabend veröffentlicht wurde. Die Mitschrift weckte an den Finanzmärkten neue Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Anleihekäufe durch die Fed. Daraufhin legte der Dollar stark zu, und im Gegenzug rutschte der Kurs des Euro. Derzeit kauft die US-Notenbank noch jeden Monat Wertpapiere in einem Volumen von insgesamt 85 Milliarden Dollar, um die Konjunktur stärker in Schwung zu bringen.

Steckt die Welt im Währungskrieg?

Warum hat der Euro an Wert gewonnen?

Der Höhepunkt der Euro-Krise im Jahr 2012 war ein Tiefpunkt für den Euro. Der Wechselkurs fiel bis auf 1,20 Dollar. Seitdem hat sich die europäische Währung wieder erholt. Aktuell notiert sie bei 1,35 Dollar.
Für Europas obersten Währungshüter, EZB-Chef Mario Draghi, ist klar: „Die Aufwertung ist ein Zeichen der Rückkehr des Vertrauens in den Euro.“ Dazu kam die sehr lockere Geldpolitik in Japan und den USA: Die dortigen Notenbanken öffneten ihre Geldschleusen extrem weit, machten damit ihre Währungen billig. Das funktioniert so: Investoren verkaufen Wertpapiere in Dollar oder Yen (zum Beispiel an die Zentralbank, die sie ihnen mit frisch gedrucktem Geld abnimmt) und kaufen stattdessen welche in Euro. Als Konsequenz ändern sich die Wechselkurse - die „Preise“ für Währungen, die Angebot und Nachfrage widerspiegeln.

Welche Ziele verfolgen die Notenbanken in den USA und Japan?

Draghi ist überzeugt: Es geht nicht um einen „Währungskrieg“ oder einen Wettlauf um die billigste Währung. Vielmehr seien die aktuellen Wechselkursbewegungen ein Nebeneffekt der diversen Bemühungen, die Wirtschaft anzuschieben. Allerdings ist der Ansatz der Notenbanken teils völlig verschieden: Während Preisstabilität vorrangiges Ziel der EZB ist, hat die US-Notenbank Fed explizit einen doppelten Auftrag: Stabile Preise und möglichst hohen Beschäftigungsstand. „Man löscht dann dort eben das Feuer, das am heißesten brennt“, erklärt Commerzbank-Notenbankexperte Bernd Weidensteiner. In Japan übte die Regierung massiv Druck auf die Notenbank aus, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen - ein fatales Signal, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann meint: Die Unabhängigkeit der Zentralbank sei essenziell.

Wie reagiert die Europäische Zentralbank?

EZB-Präsident Draghi erklärte, die Notenbank habe die Euro-Aufwertung als potenzielles Risiko für Konjunktur und Geldwertstabilität im Auge. In einen „Währungskrieg“ will sich die EZB aber bisher nicht hineinziehen lassen - auch weil geldpolitische Schritte zur gezielten Euro-Abwertung Reformen der Krisenstaaten bremsen könnten. „Bei einem Krieg gibt es immer nur Verlierer“, sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen dem „Handelsblatt“. „Wenn andere Notenbanken einen anderen Weg gehen, müssen wir dem nicht automatisch folgen.“

Wer profitiert von einem starken Euro?

Für Verbraucher in Deutschland bringt ein starker Euro mehrere Vorteile: Urlaubsreisen in ferne Länder werden tendenziell günstiger, ebenso wie der Sprit an der Tankstelle. Tendenziell werden alle importieren Waren günstiger. Auch Unternehmen, die für ihre Produktion Rohstoffe wie Erdöl einführen müssen, können preiswerter einkaufen. Denn diese Rohstoffe werden in Dollar abgerechnet.

Wem schadet ein starker Euro?

Vor allem der deutschen Exportwirtschaft. Seit Sommer 2012 hat der Euro zu vielen Währungen aufgewertet. Waren aus dem Euroraum werden im außereuropäischen Ausland tendenziell teurer, das könnte die konjunkturelle Erholung im Euroraum gefährden. Deutsche Maschinenbauer spüren den stärkeren Euro bereits, weil ihre Produkte gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder Asien teurer werden. Doch während sich deutsche Maschinen, Autos und Elektroprodukte auch über guten Ruf und Qualität verkaufen, dürfte der erstarkte Euro vor allem Euro-Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien zu schaffen machen. Allerdings bezweifelt EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen, dass das Wechselkursthema entscheidend ist für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder: „Da geht es um Lohnstückkosten, Bürokratiekosten, mangelnde Produktivität und überregulierte Produktmärkte.“

Ist der Euro gegenüber Dollar oder Yen schon überbewertet?

Laut Draghi bewegt sich der Euro in der Nähe seines langfristigen Durchschnittswerts. 2008 hatte der Euro mal beinahe 1,60 US-Dollar gekostet, 2003 weniger als 90 US-Cent. Glaubt man dem „Big-Mac-Index“ des Magazins „Economist“, dann ist der japanische Yen gegenüber Euro und US-Dollar noch unterbewertet. Der Index vergleicht den Preis für den gleichen Burger in verschiedenen Währungsräumen. Demnach kostete der Big Mac in den USA im Januar 4,37 Dollar, im Euroraum 4,88 Dollar, in Japan nur 3,51 Dollar. Bereinigt um die Wirtschaftskraft pro Kopf ist der Burger damit in Japan um 17,1 Prozent zu billig, in der Eurozone aber um 20,8 Prozent zu teuer. In Deutschland kostet der Big Mac übrigens demnach „nur“ 17,7 Prozent mehr als in den USA, in Griechenland aber 28,1 Prozent, in Italien sogar satte 34,6 Prozent mehr.

Auch der Yen gab gegenüber dem Dollar auf Kurse von 93,43 Yen nach. Ein Dollar kostete 0,9292 Schweizer Franken und ein Euro 1,2323 Franken.

Das Protokoll der Januar-Sitzung deute ein Umdenken innerhalb der Notenbanker an, schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. Für den Dollar wäre das das ideale Szenario: Denn momentan sei der größte Belastungsfaktor für den Greenback die Tatsache, dass sich die Fed wesentlich expansiver verhalte als ihre großen Schwesterinstitute in Europa und Japan. Ein Politikwechsel würde eine grundsätzliche Neubewertung der Dollar-Wechselkurse - in Richtung eines stärkeren Dollars - nötig machen.
Etwas Unterstützung könnte der Euro im Tagesverlauf allerdings von den Einkaufsmanagerindizes aus der Euro-Zone erhalten. Sollte es Signale für eine Erholung der Konjunktur in der Währungsunion geben, könnte dies den angeschlagenen Euro-Kurs etwas entlasten. „Insgesamt erwarten wir, dass das Szenario einer konjunkturellen Wende in Europa untermauert wird“, schreibt Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar.

Kommentare (4)

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dig@central.banktunnel.eu

21.02.2013, 08:38 Uhr

Zunächst das übliche Lebenszeichen, der Würger scheint aktuelle nicht unterwegs zu sein.

http://central.banktunnel.eu/20130221-0735-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

Warum sendet das Bundesverfassungsericht Post an Uralt-Adressen von denen aus es niemals angeschrieben wurde?

http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse.jpg

Wie kommt es daß die Einschrieb-Rückscheine (Empfangsbestätigungen) des Bunderverfassungesgerichts so seltsam aussehen.

http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse-1.jpg
http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse-2.jpg

Ist der Postwege von Frankfurt a.M. an der EZB nach Karlsruehe sicher? Immerhin kam auf die Eingabe nichts zurück.

mon_yburns@central.banktunnel.eu

21.02.2013, 08:47 Uhr

a propos Protokolle: Erreichen sich BVerfgG und EZB?

Zunächst das übliche Lebenszeichen, der Würger scheint aktuelle nicht unterwegs zu sein.

http://central.banktunnel.eu/20130221-0735-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

Warum sendet das Bundesverfassungsericht Post an Uralt-Adressen von denen aus es niemals angeschrieben wurde?

http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse.jpg

Wie kommt es daß die Einschreiben-Rückscheine (Empfangsbestätigungen) des Bunderverfassungesgerichts so seltsam aussehen.

http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse-1.jpg
http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse-2.jpg

Ist der Postwege von Frankfurt a.M. an der EZB nach Karlsruhe wirklich sicher?

mon_yburns@central.banktunnel.eu

21.02.2013, 08:48 Uhr

Pardon, doppeltes Posting aufgrund verzögerter Freischaltung!

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