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30.03.2016

13:11 Uhr

Devisen

Horrormonat für den Dollar

VonJens Hagen

Noch vor einen halben Jahr sollte ein Dollar so viel Wert sein wie ein Euro. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Warum der Greenback abschmiert – und was die US-Notenbank Fed damit zu tun hat.

Der US-Dollar wertete im Vergleich zu anderen Währungen ab. Reuters

Zehn-Dollar-Note

Der US-Dollar wertete im Vergleich zu anderen Währungen ab.

Den März werden Devisen-Anleger wohl nicht so schnell vergessen. Der Monat, der für Ostern, Frühlingsanfang und die ersten Obstblüten steht, bescherte Dollar-Spekulanten üppige Verluste. Der Greenback verlor deutlich gegenüber allen wichtigen Weltwährungen. Der März ist sogar der schwächste Monat für den Dollar seit fünf Jahren.

Das zeigt etwa der Blick auf den Bloomberg Dollar Spot Index, der die US-Währung mit zehn weiteren Währungen vergleicht. Seit Anfang März verlor der Dollar im Vergleich zu diesem Währungskorb gut 3,5 Prozent. Im April 2011 waren die Verluste des Dollar zuletzt noch höher.

Wie Anleger in den Devisenmarkt investieren können

Zertifikate

Über Zertifikate können Kleinanleger auf die Entwicklung ganz verschiedener Währungspaare wetten. Besonders beliebt ist das Verhältnis Euro zu Dollar. Je nach Art des Zertifikats steigt das Risiko. Während es bei Zinszertifikaten vergleichsweise begrenzt ist, spielen die Anleger mit verschiedenen Hebelprodukten wie den sogenannten Knock-Outs alles oder nichts. Sollte der Basiswert, also der Devisenkurs, während der Laufzeit die festgelegte Knock-Out-Schwelle durchbrechen, ist die Wette verloren. Geht der Plan auf, winkt wegen der Hebelwirkung des Zertifikats der große Gewinn.

Optionen

Optionen ermöglichen mit geringem Einsatz hohe Gewinne - bei gleichzeitig hohem Risiko. Wer eine Option kauft, geht ein Termingeschäft ein. Der Käufer erwirbt das Recht, eine Währung zu einem festen Kurs und innerhalb einer festgelegten Frist einzutauschen. Der Reiz daran ist, dass er für die Option nur einen Bruchteil des eigentlichen Wertes bezahlen muss, gewissermaßen als Pfand. Durch den kleinen Einsatz ist eine extreme Hebelwirkung möglich. Optionsgeschäfte sind im Devisenhandel weit verbreitet. Im Internet bieten Broker diese Wetten auch für Privatanleger an. Die Angebote unterscheiden sich deutlich bei Gebühren, dem maximal möglichen Hebel oder der Differenz zwischen An- und Verkaufskursen. Unerfahrene Anleger sollten lieber die Finger davon lassen.

Direkthandel

Den direkten Zugang zur großen, weiten Welt der Währungen bieten Online-Plattformen wie Alpari oder Forex Capital Markets (FXCM). Nach vorsichtigen Schätzungen liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland zwischen 50.000 und 70.000. Der Handel funktioniert in erster Linie über Hebelprodukte, mit denen man schon auf winzige Änderungen bei der vierten oder fünften Nachkommastelle wetten kann. Die Zugangsschwelle für Privatanleger ist niedrig, weil die Transaktionskosten sehr gering sind. Wer 10.000 Dollar kauft, zahlt bei manchen Brokern gerade mal zwei Dollar Gebühr.

Währungskonten

Einige Banken bieten ihren Kunden sogenannte Währungsanlagekonten an. Das Prinzip ist einfach. Der Anleger verschiebt eine Summe X auf sein Währungskonto - ähnlich wie bei einem Tagesgeldkonto, nur in einer anderen Währung. Wechselt er sein Geld etwa in Franken, bleibt es geschützt, falls der Euro gegenüber der Schweizer Währung fallen sollte. Neben der möglichen Aussicht auf Wechselkursgewinne lockt bei manchen Angeboten zusätzlich ein fester Zins.

Devisenfonds

Erst seit 2004 dürfen Fondsgesellschaften Währungsgeschäfte nicht nur zur Kurssicherung, sondern auch als eigenes Anlageprodukt anbieten. Bei den Fonds unterscheidet man aktive und passive. Aktiv heißt, dass ein Manager den Devisenfonds verwaltet. Er investiert in Geldmarktpapiere - das sind kurz laufende Anleihen - unterschiedlicher Währungen oder schließt Devisentermingeschäfte ab. Die passive Variante funktioniert über börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Hier profitiert der Anleger von der Entwicklung eines bestimmten Währungskorbs. ETFs kosten weniger Gebühren, können aber nicht auf überraschende Veränderungen reagieren. Auf dem deutschen Markt stehen rund 60 Devisenfonds zur Auswahl.

Aktien/Anleihen

Um indirekt von Währungseffekten zu profitieren, können Anleger auch Aktien oder Anleihen aus anderen Ländern kaufen. Neben möglichen Kursgewinnen winken Wechselkursgewinne, vorausgesetzt natürlich der Euro verliert zur jeweiligen Fremdwährung weiter an Wert.

Für einen Euro gibt es aktuell 1,13 US-Dollar. Ende November vergangenen Jahres lag der Kurs noch bei 1,06 US-Dollar. Die Abwertung der Weltleitwährung kam für viele Marktbeobachter überraschend.

Nach der ersten Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im vergangenen Jahr rechneten die meisten Marktbeobachter mit einem Anstieg des Dollar. Institute wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs prognostizierten sogar mit einer Parität zwischen Euro und Dollar.

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Mit ihrer Nullzins-Politik forciert die EZB die Abwertung des Euros. Experten warnen vor den langfristigen Folgen für Anleger. Wer sein Vermögen erhalten will, sollte in Fremdwährungen investieren.

Doch dann ruderte die Fed zurück. Seit der Zinswende im Dezember gab es keine weiteren Schritte. Seit gestern Abend rechnet kein Marktteilnehmer mit einem schnellen Anstieg der US-Leitzinsen mehr. Vor dem Economic Club of New York erklärte Fed-Präsidentin Janet Yellen klar und deutlich: „Given the risks to the outlook, I consider it appropriate for the Committee to proceed cautiously in adjusting policy.“

Die freie Übersetzung dieses für alle Geldanleger weltweit wichtigen Satzes lautet: Mit Blick auf die Risiken wegen einer weltweit schwächeren Konjunktur sei es angemessen für die US-Währungshüter, bei der Anhebung der Leitzinsen vorsichtig vorzugehen. Das ökonomische Umfeld weltweit, die Finanzmärkte und auch die Rohstoffmärkte müssten sich erst stabilisieren, dann handelt die Fed. Yellen sorgte mit ihrem Auftritt für Klarheit am Markt. Ihr Ziel scheint die Meinungshoheit in der Zinsdiskussion der vergangenen Tage.

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